Zedler:Quizow

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Band: 30 (1741), Spalte: 404–405. (Scan)

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Quitzow (Adelsgeschlecht) in der Wikipedia
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Quizow, Quitzo, Quitzow, Quizau oder Quitzau, ein Adeliches Geschlecht in der Marck Brandenburg, welches heut zu Tage in der alten [405] Marck die Schlösser Eldenburg, Ruhstädt, Bergholtz, Kleetzke, Grube, Gertzhagen, Kuhstorff, in dem Magdeburgischen aber, und zwar in dem Jerichauischen Creyse, Lübbars besitzet.

Vorzeiten ist es so mächtig gewesen, daß es dem Landes-Herren sowol, als den benachbarten Fürsten durch die Waffen bis auf den Kayserl. Land-Frieden grossen Schaden zugefüget. Nicolaus, Cunrad und Didikin, Gebrüdere von Quitzow, haben 1333 gelebet.

Dietrich von Quizow führte 1390 und folgende Jahre mit dem Marggrafen zu Brandenburg Krieg, und fiel nach gemachten Frieden die Hertzoge in Pommern an, wodurch er unterschiedliche Städte zu der Marck brachte. Johann besaß 1400 die Stelle eines Statthalters in der Marck. Die beyden Brüder Dietrich und Hans, nahmen nicht allein dem Marggrafen von Meissen Saarmund und Köpnick weg, sondern bemächtigten sich auch der Person des Mecklenburgischen Hertzogs Johannis, als derselbe nach Berlin reisen wolte, und setzten ihn auf ihr Schloß Plauen gefangen, in welchem Zustande er so lange bleiben muste, bis Hans von Quizow einige Jahre hernach in dem Mecklenburgischen gefangen ward.

Es wird auch von Dietrichen gemeldet, daß er 1408 dem Marggrafen Geld zur Zehrung geliehen, und davor die Stadt Patenau wieder bekommen habe. Als Kayser 1411 dem Burggrafen Friedrichen zu Nürnberg die Statthalterschaft in der Marck anvertrauete, verbunden sich die von Quizow mit den Hertzogen von Pommern wider denselben, worauf es zu einem Kriege kam, darinnen der Burggraf den Ertz-Bischoff von Magdeburg 1413 zu Hülffe ruffte. Gerick von Quitzo, war 1456 am Leben. Ums Jahr 1569 florirte einer, Dietrich von Quitzow, ein Sohn Georgens, als Chur-Brandenburgischer General-Feld-Marschall. Sein Sohn, Henning auf Wiederau und Klitzke, starb im Jahr 1606. Achatius von Quitzau ward 1635 in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Zu Ausgang des 17. Jahrhunderts war Cuno Hartwich Chur-Brandenburgischer Hof- und Legations-Rath.

Ubrigens ist dieses ansehnliche Geschlecht zu unsern Zeiten in der Marck abgestorben, und das Amt Eldenburg in der Priegnitz, aus deren schönen Güthern, so dem Könige in Preussen, als Landes-Herrn anheim gefallen, erwachsen. Angelus Chronic. 182, 186–192, 204, 232. Im Jahr 1666 war in Schlesien Dietrich von Quitsau, vorher Kayserlicher Obrist-Lieutenant zu Roß, Hertzoglich-Würtembergischer Oelßnischer Rath, und des Fürstenthums Oels Landes-Aeltester; es wird aber gezweifelt, daß er zu denen Märckischen von Quitzow gehöre, obwol Sinapius P. I. p. 744 Schlesischer Curios. ihn dahin rechnet. Angeli Märck. Chron. Spangenbergs Mansfeld. Chron. Abels Preußische Staats-Geographie. Ludewigs Reliq. MS. T. VII. VIII. Pfeffingers Braunschw. Hist. I. Th.