Zedler:Weil, oder Weilbach
Weil, oder Weilbach, ein Flüßgen in der Wetterau, entsteht aus der Höhe oder aus dem sogenannten Feldberge, ohnweit den Bruchstücken des alten Schlosses, so die Anwohner den Altkönig nennen. Daselbst bricht es bey Nieder-Reifenberg aus etlichen kleinen Weyern heraus, und begrüßt zuförderst das auf einem Berge gelegene Schloß und Städtgen Reifenberg, ferner das alte Schloß Hatstein, ingleichen eine Eisenschmiede und den Ort Weile, wo es in das Fürstenthum Nassau-Usingen hineintritt; wendet sich darauf aus dem Gebürge hinaus, und rinnt zwischen Sorg, einem Kupfferhammer, und Brombach durch; treibt verschiedene Mühlen, kommt nach Heustall, bringt die Landsteiner, wie auch noch eine andere Mühle und einen Kupfferhammer in Bewegung, und läßt Altweilnau auf einen Berge zur Rechten, und den Flecken Weilnau zur Lincken; begiebt sich alsdenn nach Roth an der Weil, geht an einer Eisenschmeltze und an Emrichshaussen vorbey, und zwischen Winden und Heinzenbergen durch; tritt nachgehends in die Grafschafft Nassau-Weilburg, dienet mit ihrem Wasser der Audischmiede und der neuen Hütte, und rinnet in dem Flecken Weilmünster vorbey nach Lutzeldorf, und nach dem Schlosse Freinfels; treibt darauf noch eine Mühle und einen Hammer, und fällt, gleich unter der Stadt Weilburg, in den Lahnfluß. Allgem. Hydrogr. Lex. p. 618 u. f.