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Der Blinde (Klabund)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
Autor: Klabund
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Titel: Der Blinde
Untertitel:
aus: Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, S. 22
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1913
Verlag: Erich Reiß Verlag
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons
Kurzbeschreibung:
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[22] Der Blinde

Sie nennen immer eine Farbe
Und nennen etwas rot und bunt,
Und golden sei die Garbe
Und blau des Himmels riesig Rund.

5
Was weiß denn ich von Rose, Mensch und Ziege?

Mir ist die Welt ein trübes Loch,
In das ich mit gebrochnen Gliedern kroch,
Und nun, ein stummer Stein, am Boden liege.
Sie sagen, ich hätte Augen. Wo,

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Wo sind sie? Sie sagen immer: sehen,

Und meinen: mit Gedanken weit über die Wiese gehen.
Sie lachen mich aus: Blinder, sei froh,
Daß du die Welt nicht siehst, häßlich ist sie und schwarz.
Aber schwarz: was ist das? Ich wüßt es, wenn ich sehend wär.

15
Ich fühle nur dies: ich bin mir selbst so lastend schwer

Vom Baume meines Seins tropft meine Seele wie Harz.