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Der geduldige Mann

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Textdaten
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Autor: Johann Peter Hebel
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Titel: Der geduldige Mann
Untertitel:
aus: Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
S. 236–237
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum: 1803–1811
Erscheinungsdatum: 1811
Verlag: Cotta
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Erscheinungsort: Tübingen
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Originalherkunft:
Quelle: ULB Düsseldorf und Commons
Kurzbeschreibung:
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Bearbeitungsstand
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[236]
Der geduldige Mann.

Ein Mann, der eines Nachmittags müde nach Hause kam, hätte gern ein Stück Butterbrod mit [237] Schnittlauch darauf gegessen, oder etwas von einem geräucherten Bug. Aber die Frau, die im Haus ziemlich der Meister war, und in der Küche ganz, hatte den Schlüssel zum Küchenkästlein in der Tasche, und war bey einer Freundin auf Besuch. Er schickte daher die Magd und den Knecht eins um das andere, die Frau soll heim kommen, oder den Schlüssel schicken. Sie sagte allemal: „Ich komm gleich, er soll nur ein wenig warten.“ Als ihm aber die Geduld immer näher zusammen gieng, und der Hunger immer weiter auseinander, trägt er und der Knecht das verschlossene Küchenkästlein in das Haus der Freundin, wo seine Frau zum Besuch war, und sagt zu seiner Frau: „Frau sey so gut und schließ mir das Kästlein auf, daß ich etwas zum Abendessen nehmen kann, sonst halt ichs nimmer aus.“ Also lachte die Frau, und schnitt ihm ein Stücklein Brod herab und etwas vom Bug.