ADB:Taliß von Liechtensee, Johann

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Artikel „Taliß von Liechtensee, Johann“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), ab Seite 363, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Tali%C3%9F_von_Liechtensee,_Johann&oldid=886406 (Version vom 25. Dezember 2009, 16:27 Uhr UTC)
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Band 37 (1894), ab Seite 363. (Quelle)
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T1llitz: Johann T. Von Liechtensee – vermuthlich ein Schweizer – hat nach Angabe des Buchhändlers David Hautt 216 „erbare Schwenck vnd Historien colligirt“, welche letzterer unter dem Titel: „Kurtzweyliger Reyßgespan“ zuerst 1645 (Wien u. Luzern) veröffentlicht hat. Die zur Unterhaltung des reifenden Publicums bestimmte Schwanksammlung fand namentlich in Süddeutschland großen Beifall und wurde von dem Ulmer Buchhändler Johann Görlin, bezw. Von dessen Erben, iu den Jahren 1655 bis 1702 noch fünfmal neu aufgelegt und um 113 weitere Nummern vermehrt. Es sind theils Apophthegmen, theils Schwänke und historische Anekdoten, die nach den Ständen und Berufsclassen geordnet sind. Als Quellen dienten die Volksbücher aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Pauli’s Schimpf und Emst, Kirchhoff’s Wendunmut, die italienische Novellistik, soweit sie in deutscher Uebersetzung vorlag und mannichfache moralische und historische Schriften, z. B. daspe(:u1um des Vincent de Beauvais und das Geschichtswerk des Philippe de Comins (in der Uebersetzung des Mich. Beuther von Catlstatt. Straßburg 1585). Möglicher Weise sind einzelne Schwänke des „Reyßgespan“, welche, abweichend von den Vorlagen, nach Süddeutschland verlegt sind, von dem Ulmer Herausgeber selbst gesammelt und unter dem Namen des T. mit veröffentlicht. Benutzt, d. h. stark ausgeschrieben ward das Buch z. B. von Petrus de Memel für seine „Luftige Gesellschaft“; wie schon Wickram’s Rollwagenbüchlein sich zunächst als Lecture für die in Schiffen und auf Rollwägen Reisenden bezeichnet, so ist auch Memels Werk „Allen Reisenden, auch in Gesellschafft anwesenden Herren vnd Freunden zu Ehren vnd Lust“ verfaßt. Goedeke, Grundriß III, 265. –– Vorrede– zum „Kurtzweyligen Reyß- gespan“. Ulm 1655. – Ferd. Gerhard, Joh. Peter de Memel’s Lustige Gesellschaft. Halle a. S. 1898, S. 54 f.

Pariser.
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