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so wie sie sind, zum Guten aufzurufen. Die Stimme des Predigers ist zu einsam: so laßt nun Gottes Drommeten in Haufen blasen und Jericho’s Mauern fallen. Getrost den Leidensweg der Liebe gegangen, meine Brüder! „Haßet das Arge, hanget dem Guten an“ vermahnt der letzte Sonntag unsre Seelen. Wohlan! Laßt uns Protest gegen alles Böse einlegen: laßt uns ausdauern in Vertheidigung des Guten, – und laßt uns anhalten am Gebet und Flehen, daß unser treues Thun und Meinen gesegnet sei, unsre Fehler der heiligen Absicht, für die wir leben, nicht hinderlich seien, und unsre in Gott gethanen Werke durch des HErrn Blut gereinigt und durch seinen Geist gesegnet seien für die Welt und für die Kirche.

 Das Leben geht hin, bald ist es verraucht: ist es gar dahin – so sind wir reich und groß, wenn wir selig sind, und wir haben nicht umsonst gelebt, wenn wir unter dem unschlachtigen Geschlechte unsrer Gemeinden Wahrheit und Recht, Glauben und Heiligung gelehrt, empfohlen, so viel an uns lag, vertheidigt und aufrecht gehalten haben.

 Diese meine Rede, welche ich nach dem Liebesberuf Eures ehrwürdigen Herrn Pfarrers unter Euch gehalten habe – in der Eintracht mit ihm, nehmet freundlich auf. Der HErr aber laße meine Worte gesegnet sein. Auf Ihn und seinen Segen harre ich. Nicht leer laß, o HErr, was an dieser meiner Rede richtig ist, zurückkommen. Ach gib, daß es thue, wozu es gesprochen ist! Amen.



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Wilhelm Löhe: Missionspredigt von der Abendmahlszucht. Sebald’sche Officin, Nürnberg 1853, Seite 19. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Loehe_Missionspredigt_von_der_Abendmahlszucht_19.png&oldid=- (Version vom 1.8.2018)