ADB:Hiemer, Eberhard Friedrich

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Artikel „Hiemer, Eberhard Friedrich“ von Julius August Wagenmann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 388–389, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hiemer,_Eberhard_Friedrich&oldid=3430327 (Version vom 9. Dezember 2018, 22:44 Uhr UTC)
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Hiemer: Eberhard Friedrich H., lutherischer Theologe, geboren den 24. Mai 1682 zu Gächingen auf der Alb im Herzogthum Württemberg, † den 5. Mai 1727 als Hofprediger und Consistorialrath zu Stuttgart. Er erhielt nach seines Vaters frühem Tode von seinem Stiefvater, Prälat Brodbeck, eine treffliche Erziehung; genoß seine wissenschaftliche Vorbildung zu Stuttgart, Blaubeuren, Bebenhausen, studirte in Tübingen, wurde 1700 Magister, 1704 Repetent daselbst, 1707 Stadtpfarrer in Rosenfeld, 1714 Special in Wildbad, 1716 Kirchenrath in Baireuth, 1718 herzogl. württembergischer Hofprediger und Consistorialrath in Stuttgart, 1720 Dr. theol., 1725 Prälat von Hirschau. Er schrieb einige kleine theologische Schriften, z. B. eine Dissertation „De moderatione theologica“, eine „Erörterung der Frage, ob ein wahres Christenthum bei Hofe möglich sei“ etc., beschäftigte sich aber auch mit naturgeschichtlichen, numismatischen und anderen Studien und Sammlungen, wurde 1725 unter dem Titel Demostratus Mitglied der kaiserl. Academia Naturae Curiosorum, sowie der königl. preußischen Societät der Wissenschaften und schrieb eine Schrift über einen, zu Ohmden bei Kirchheim im Herzogthum Württemberg gemachten paläontologischen Fund unter dem Titel „Caput Medusae, detectum in agro Würtemb., [389] utpote novum diluvii universalis mouimentum“, Stuttgart o. J. 4°. Seine werthvollste Arbeit aber, durch die er heute noch im Segen fortwirkt, ist das von ihm verfaßte, durch herzogl. Rescript vom 11. Decbr. 1722 eingeführte „Württembergische Confirmationsbüchlein“, ein bündiger Auszug aus dem brenzisch-lutherischen Catechismus und aus einem von Andreas Osiander († 1617) verfaßten „Communikantenbüchlein“. – Sein Urgroßvater war Johann Heinrich H., geb. 1573 in Unter-Ensingen, Diaconus in Herrenberg, 1612 außerordentlicher Professor der Theologie in Tübingen, Dr. theol., 1619 Abt von Anhausen, † am 14. Januar 1621, Verfasser von Predigten, Reden, Disputationen und kleinen Schriften philosophischen und theologischen Inhalts, z. B. über die Physik und Ethik des Aristoteles, de fide, sacramentis, etc.

Ueber beide s. Jöcher, II. 1587; Fischlin, Mem. theol. Wirt., II. 60; Römer, Württemb. KG., S. 407; Württemb. Kirchenblatt, 1845, S. 194; Fortgesetzte Sammlungen von alten und neuen theologischen Sachen, 1730, S. 153 ff.