BLKÖ:Molin, Girolamo

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Molin, Raphael
Band: 18 (1868), ab Seite: 453. (Quelle)
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Molin, Girolamo (Veterinär-Arzt, geb. zu St. Vito in Friaul in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Todesjahr unbekannt). In seinem Vaterlande beendete er die Studien, sich vornehmlich jenen der Naturwissenschaft und Landwirthschaft widmend. Zur Zeit der Franzosenherrschaft in Italien lehrte er am Lyceum zu Treviso Botanik und Landwirthschaft. Als im Jahre 1814 Venedig wieder an Oesterreich kam, wurde M. als Lehrer der Thierheilkunde an der Universität zu Padua angestellt und mit der Abfassung eines neuen Organisationsplanes für dieselbe beauftragt. Im Jahre 1828 war M. Professor der vergleichenden Heilkunde und im Jahre 1838 versah er das Directorat der medicinisch-chirurgischen Studien. Für die Wissenschaft der Thierheilkunde war er auch schriftstellerisch thätig, und galt gleich seinen Landsleuten Brugnone und Metaxa als ein tüchtiger Kenner, besonders der alten Literatur dieses Wissenschaftszweiges. Im Jahre 1818 gab er die Hippiatria des Jordanus Rufus Calabriensis, die bisher nur in italienischer und französischer Uebersetzung bekannt war, in ihrer Originalsprache, der lateinischen, heraus. Dieser Ausgabe aber schickte er eine umfassende Einleitung voraus, in welcher er Nachricht gibt von den verschiedenen Handschriften dieses alten Schriftstellers, von den bisher gedruckten Uebersetzungen desselben und von vielen anderen Schriftstellern über Veterinärkunde, die bald nach Jordanus Rufus gelebt und ihre Weisheit zum Theile aus seinem Werke geschöpft haben. Nachdem Cioni im Jahre 1826 die Veterinaria des Pelagonius in einer neuen Ausgabe veröffentlicht hatte, in welcher er zu beweisen versuchte, daß Pelagonius kein Grieche, wie man bisher angenommen, sondern ein Römer gewesen sei, trat Molin in seiner Schrift: „Sopra la Veterinaria di Pelagonio“, welche im Jahre 1828 erschien, dagegen auf und suchte darin den Gegenbeweis zu führen, daß PeIagonius ein Grieche von Geburt sei. Auch sonst war M. für seinen Wissenschaftszweig literarisch thätig, so z. B. veröffentlichte er im Jahre 1820 eine Abhandlung über die Art und Weise, wie man den üblen Folgen des Futtermangels begegnen könne. Näheres über Molin’s Lebensumstände wie über seine schriftstellerische Thätigkeit zu erfahren, war mir nicht gelungen, wenngleich ich es nicht an Bemühungen dazu fehlen ließ.

Biographisch-literarisches Lexikon der Thierärzte aller Zeiten und Länder, sowie der Naturforscher, Aerzte u. s. w., welche sich [454] um die Thierheilkunde verdient gemacht haben. Gesammelt von G. W. Schrader, vervollständigt und herausgegeben von Ed. Hering (Stuttgart 1863, 8°.) S. 283. –