BLKÖ:Voigtländer, Johann Friedrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 51 (1885), ab Seite: 235. (Quelle)
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Johann Friedrich Voigtländer (Optiker) in der Wikipedia
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Voigtländer, Johann Friedrich (Optiker und Mechaniker, geb. in Wien 21. Mai 1779, gest. daselbst 28. März 1859). Ein Sohn des Vorigen [S. 234], erhielt er die erste vielseitige und gründliche Ausbildung in seinem Fache in den Werkstätten seines Vaters, dann machte er sieben Jahre hindurch Reisen im Auslande, welche er bis England ausdehnte. Zurückgekehrt, widmete er sich vorzugsweise dem mechanischen Theile der Optik und gründete 1808 in Wien sein Institut für optische Instrumente, welches Jahrzehnte lang in der Rauhensteingasse sich befand und eines Weltrufes sich erfreute. Aus diesem Institute gingen Tuben, achromatische Auszugfernrohre, achromatische und einfache Theaterperspective, Convexlinsen, Taschenmikroskope, botanische Mikroskope, Glasscalen für Fernrohre und Mikroskope u. a., Alles in sprichwörtlicher „Voigtländer’scher Güte und Trefflichkeit“ hervor. Johann Friedrich verpflanzte, der Erste, nach Oesterreich die englische Methode, Gläser zu schleifen, und verfertigte, der Erste in Deutschland, die periskopischen Brillengläser von Wollaston für Fern- und Kurzsichtige; auch erfand er ein Doppeltheaterperspectiv, welches 1823 patentirt wurde, ferner den Eriometer oder Feinheitsmesser, den Dynamometer oder Ausdehnungsmesser, beide für Schafwolle, und eine Kupferstechmaschine; im polytechnischen Institute zu Wien stellte er einen Comparator und Determinator für Längenmaße auf, mittels dessen die Länge einer Wiener Linie bis auf den eintausendsten Theil bemerkt wird. Johann Friedrich, dessen Sohn Peter Wilhelm Friedrich eine Filiale des Geschäftes auch in Braunschweig ins Leben rief, hob den bereits erprobten Ruf seines optischen Institutes immer mehr. Er hatte sich die optische Richtung erwählt. Seine beiden älteren Brüder Siegmund (geb. in Wien 1770, gest. daselbst 1822) und Wilhelm (geb. in Wien 1768, gest. daselbst 1828) setzten vereint das mechanische Geschäft des Vaters fort. Nach dem Tode des Ersteren führte es Wilhelm allein, bei dessen Hinscheiden es aufgelassen wurde. Erst Wilhelms Sohn, Franz, rief wieder eine Fabrik mathematischer, optischer und physikalischer Instrumente (Gumpendorf, Hauptstraße 118) ins Leben, welche noch 1835 im Betriebe stand.