MKL1888:Acanthosicyos horrida

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Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Acanthosicyos horrida“ in Meyers Konversations-Lexikon
Band 17 (Supplement, 1890), Seite 6
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Wikipedia-Artikel: Nara (Pflanze)
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Acanthosicyos horrida. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 17, Seite 6. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Acanthosicyos_horrida (Version vom 15.04.2021)

[10]  Acanthosicyos horrida Welw. (Naras), eine Kukurbitacee in Mossamedes und an der Walfischbai, mit grünen, vielfach verzweigten und ineinander gewirrten Ranken, paarigen Dornen in den Achseln der zu Schuppen verkümmerten Blätter, armsdicker, bis 15 m langer Wurzel und zweihäusigen Blüten, die, wie die Früchte, nach der Fünfzahl gebaut sind. Wo die Naras sich ansiedelt, sammelt sich der Sand und häuft sich immer höher an, während die Pflanze fortwächst, so daß sie endlich aus 10–20 m hohen Dünen noch 1–1,5 m hervorragt. Die unreif bittern, später angenehm schmeckenden, sehr aromatischen Früchte von der Größe einer Orange, aber auch bis 1,5 kg schwer, bilden nebst den nußartig schmeckenden Samen eine gewisse Zeit im Jahr das Hauptnahrungsmittel der Topnar, welche sie auch trocknen, um sie zu konservieren. Der Genuß der frischen Frucht erregt bei denjenigen, die nicht daran gewöhnt sind, ein entsetzliches Brennen im Mastdarm. Der Saft enthält einen in Alkohol löslichen Stoff, welcher bei 35° 1600 Teile Milch zum Gerinnen bringt, durch Kochen aber seine Wirksamkeit verliert. Die reifen Früchte werden auch viel vom Schakal gefressen, der dadurch zur Verbreitung der Pflanze beiträgt. Vgl. Marloth in Englers „Botanischen Jahrbüchern“, Bd. 9 (1888).