Seite:Badisches Sagenbuch 281.jpg

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Dorf sprengten, die Bursche aus ihrem Verstecke zogen und sie an ihren Pferden in’s Lager schleppten. Dort wurden dieselben von einander entfernt, an Pfähle gebunden und sollten des anderen Tags erschossen werden. In der Nacht gelang es einem der Bursche, der Billeisen hieß, eine Hand loszubringen, damit sein Messer aus der Tasche zu ziehen und die Stricke zu durchschneiden. Hierauf kroch er auf dem Bauche aus dem Lager und entkam glücklich. Von allen Bewohnern des Ortes ist er allein übrig geblieben und von ihm stammt das Geschlecht der Billeisen in Mördingen, welches Dorf auf der Stätte des verheerten Harthausen gegründet wurde.

(Siehe Mone’s „Anzeigers für Kunde der teutschen Vorzeit.“ Jahrg. 1839.)


Die Teufelsburg.

Der Raugraf auf dem Berge stund,
Sah weitaus in die Ferne:
„Fürwahr, auf diesem Felsengrund,
Da möcht’ ich hausen gerne!

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Allein wo läßt zum kühnen Bau

Ein Meister sich erkunden?
So hoch der Berg im Aetherblau,
So tief die Steine drunten?“

Und wie er so darüber sann,

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Thät’ ihn gar freundlich grüßen

In rothen Mantels Hüll’ ein Mann,
Mit wunderlichen Füßen.

Der spricht: „Hört an, den Felsenthron,
Den werd’ ich stracks vollführen,

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Wollt Ihr zuvor, zu meinem Lohn

Mir Eure Seel’ cediren.“

Der Raugraf denkt: „Die Seele? pah!
Die kann ich schon entbehren!

Empfohlene Zitierweise:
August Schnezler (Hrsg.): Badisches Sagenbuch 1. Band. Kreuzbauer und Kasper, Karlsruhe 1846, Seite 281. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Badisches_Sagenbuch_281.jpg&oldid=3217767 (Version vom 31.7.2018)