Seite:Oberamt Tettnang 136.jpg

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  • 19) St. Georgen, katholischer Weiler, unweit Löwenthal in einem Obstgarten gelegen, mit 135 Einwohnern, einer Capelle, Filial von Friedrichshafen. Die Grundherrschaft war zwischen dem Kloster Löwenthal und der Buchhornischen Herrschaft Baumgarten getheilt; der Löwenthalische Antheil stand aber unter hoher und niederer Gerichtsbarkeit der Landvogtei, über den Baumgartischen oder Buchhornischen hatte dagegen die Herrschaft selbst die niedere Gerichtsbarkeit und das Besteurungsrecht. Bis 1812 war jener nach Löwenthal, dieser nach Jettenhausen eingepfarrt. Löwenthal hatte überdieß auch 416/8 eigene an seine Markung anstoßende Güter, die jetzt Eigenthum der Königl. Hofkammer sind, siehe S. 70 und Löwenthal. Von St. Georgen führt ein alter schnurgerader Weg durch den Seewald nach der Lochbrücke; würde die Landstraße von Ravensburg nach Friedrichshafen dieser Linie folgen, so wäre der Weg von Lochbrück nach Friedrichshafen um fast eine Stunde abgekürzt.
  • 20) Schnetzenhausen, ein katholischer Pfarrweiler, mit 149 Einwohnern. Die Zehnten haben der Staat und das Großherzogthum Baden, die Gefälle ebendieselben und die Kirchenpflege Schnetzenhausen zu beziehen. Früher war die Grundherrschaft unter der Landeshoheit der Landvogtei zwischen dem Kloster Weißenau, nachher Sternberg, den Klöstern Weingarten und Löwenthal, der Stadt Buchhorn und dem Kloster Zofingen in Constanz vertheilt. Die Pfarrkirche zu St. Peter und Paul wurde 1754 auf Kosten der Kirchenpflege, auf der die Baulast liegt, neu gebaut. Die eigene Pfarrstelle wurde 1821 aufgehoben und der Pfarrsprengel, wozu auch der Badische Ort Ober-Raderach gehörte, unter die benachbarten Pfarreien vertheilt. Die Kirche zu Schnetzenhausen genießt übrigens fortwährend pfarrliche Rechte und auch eine Schule hat der Ort. Schnetzenhausen hat starken Weinbau, auch eine Schildwirthschaft. Es ist ein sehr alter Ort, schon im Jahr 808 wird daselbst in Gegenwart des Grafen Ulrichs und vieler Zeugen eine Urkunde ausgestellt. S. Neugart, C. D. No. 165. Es hatte ehemals auch seine eigenen Edelleute; ein Ritter Herrmann von Schnetzenhausen schenkte 1215 dem Kloster Weißenau seine Zehnten zu Fidazhofen, und ein Bernhard von Schnetzenhausen 1286 demselben Kloster einen Hof.
  • 21) Seemoos, ein katholischer Weiler, hart an dem Bodensee gelegen, mit 44 Einwohnern, Filial von Friedrichshafen. Die Zehnten hat der Staat, die Gefälle ebenderselbe, von Weingarten und Löwenthal her, von 1 Lehen hat sie Baden. Die Weingartischen Höfe gehörten zu Hofen.

Empfohlene Zitierweise:
Johann Daniel Georg von Memminger: Beschreibung des Oberamts Tettnang. Stuttgart und Tübingen: J. G. Cotta, 1838, Seite 136. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Oberamt_Tettnang_136.jpg&oldid=3375269 (Version vom 1.8.2018)