Seite:Temme Die Volkssagen der Altmark 063.jpg

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warum vornehmlich in der alten Mark so Viele von Adel sind, nämlich über funfzig Geschlechter; und es sind so viele Dörfer daselbst vor Zeiten nicht gewesen, als man Namen der Geschlechter findet, von welchen jetzt viele untergegangen.

Die Hauptleute und Befehlshaber erhöhete der Kaiser aber zu Grafen und Herren.

Als darauf nun der Kaiser seine Kriegsleute gemustert und seine neuen Edelleute vermahnet, sie sollten ihren Adel bedenken, und mit adeligen Thaten beweisen, da rückte er mit dem Haufen stracks über die Elbe. Sein Oberster war Johannes, Heinrichs des Kahlen Sohn, Markgrafen zu Stade, ein junger aber freudiger Kriegsmann und rechter Held. Dieweil nun ein harter Winter plötzlich kam, rückte er Anno 927 vor Brandenburg, schlug sein Zelt auf dem Eise auf, stürmte und gewann Brandenburg, würgete die Wenden, Heruler, Obotriten, und was darinnen lag, besetzte das stark mit Sachsen und vielen vom Adel, von welchem noch viele Geschlechter über der Elbe übrig sind, und sich in der Mittelmark, Neumark, Ukermark, Priegnitz, Mecklenburg u. s. w. vertheilet haben.

Darauf baute der Kaiser Heinrich da zu Brandenburg, zum Zeichen des Sieges, auf dem Harlunger-Berge eine runde Kirche, in der Ehre der Jungfrau Maria. Sodann rückte der Kaiser nach dem Siegeberge, dem Blockhause unter Werben, welches er Werben nannte. Er wollte daraus den Sieg erwerben, wie auch geschah. Als er da sein Feldlager hielt im Frühlinge, da kamen nämlich die Wenden gerüstet mit großer Heeresmacht, mit welchen der Kaiser eine heftige Schlacht hatte. Darin ließen die Neuen vom altmärkischen Adel ihre Thaten scheinen, und behielt der Kaiser durch sie das Feld.

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Jodocus Donatus Hubertus Temme: Die Volkssagen der Altmark. Nicolai, Berlin 1839, Seite 63. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Temme_Die_Volkssagen_der_Altmark_063.jpg&oldid=3394794 (Version vom 1.8.2018)