ADB:Amling, Wolfgang

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Artikel „Amling, Wolfgang“ von Heinrich Heppe in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 399–400, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Amling,_Wolfgang&oldid=1924705 (Version vom 22. August 2014, 20:19 Uhr UTC)
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Amling: Wolfgang A., geb. 1542 zu Munnerstadt, † 18. Mai 1606, studirte zu Tübingen und Wittenberg, 1566 auch zu Jena, und wurde dann Rector der Bartholomäusschule zu Zerbst, 1573 Pfarrer, anfangs zu Koswig und hernach zu Zerbst, als welcher er 1578 auch die Superintendentur der Landeskirche übertragen erhielt. Gleichzeitig war er auch an dem unter seiner Mitwirkung gestifteten Gymnasium in Zerbst als Lehrer thätig. Bis dahin hatte er sich den Ruf eines ansprechenden Predigers, eifrigen Seelsorgers, tüchtigen Schulmannes und biederen Charakters erworben, als er durch die von Wittenberg [400] ausgehenden Versuche, in Anhalt die Concordienformel zur Einführung zu bringen, sich auf den Schauplatz der großen kirchlichen Bewegungen der Zeit, an denen er als eifriger Gegner der Concordienformel Theil nahm, gestellt sah. Vorzugsweise durch ihn ist es geschehen, daß das Fürstenthum Anhalt vor dem exclusiven Lutherthum bewahrt, und daß hier im Gegensatz zu demselben der Melanchthonismus der Landeskirche zum reformirten Bekenntniß verschärft wurde. Das hauptsächlich von ihm (um 1578) verfaßte anhaltinische Bekenntniß (Repetitio confessionis Augustanae Anhaltina) trägt indessen noch nicht das specifisch reformirte Gepräge. Erst 1596 begann er unter den Fürsten Johann Georg I. und Christian I. die Cultuseinrichtungen des Landes im reformirten Sinne umzugestalten, was freilich in allen Schichten der Bevölkerung den heftigsten Widerspruch hervorrief. Zu seinen bisherigen Streithändeln mit den Verfassern der Concordienformel kam späterhin infolge eines zufälligen Zusammentreffens mit mansfeldischen Theologen und Räthen noch eine weitere confessionelle Controverse, die ihn bis zu seinem Tod beschäftigte. – Neben zahlreichen Schriften polemischen und apologetischen Inhalts (vgl. JöcherAdelung) schrieb er auch Anderes, z. B. „Poēmata quaedam graece et latine edita“, Wittenberg 1569.

Beckmann’s Historie des Fürstenthums Anhalt, Bd. II. Thl. VIII., Kap. 3. S. 318–321. Stumpf’s Archiv von würzburgischen Gelehrten S. 125. Heppe, Gesch. des deutschen Protest. Bd. III. S. 177 ff., 293 ff. und Bd. IV. S. 77 ff.
Heppe.