ADB:Anger, Karl Theodor

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Artikel „Anger, Karl Theodor“ von Theodor Hirsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 1 (1875), S. 457–458, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Anger,_Karl_Theodor&oldid=1683652 (Version vom 26. Oktober 2014, 07:42 Uhr UTC)
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Anger: Dr. Karl Theodor A., geb. 31. Juli 1803 in Danzig, † ebendaselbst als Professor des Gymnasiums 25. März 1858 am Hirnschlage. Dritter Sohn eines Obersteuercontroleurs, der sein Vermögen während der Belagerung Danzigs 1813–14 verloren hatte, besuchte er seit 1815 die Marien- und gleichzeitig seit 1816 bis 1823 die damals vom Professor Adam Breysig geleitete Kunst- und Handwerksschule. Die auf der letzteren erwachte und durch Breysig genährte Neigung für Mathematik, insbesondere für das Gebiet der Perspective trieb den strebsamen Jüngling trotz der Sorgen, mit denen er viele Jahre kämpfte, um sich und seiner Mutter durch Ertheilung von Privatunterricht die Mittel zum Unterhalt zu verschaffen, auf privatem Wege sich die zum Besuche einer Universität erforderliche Vorbildung anzueignen, worauf er 1823 nach Königsberg ging. Hier gelangte sein Talent unter dem Einflusse seines Lehrers Bessel und unter der geistigen Anregung seiner Freunde Jacobi, Erman, Dove, [458] Neumann und Barthold zur glücklichen Entfaltung. Seit 1826 bis 1831 als Gehilfe Bessel’s an der Sternwarte angestellt, fand er Gelegenheit, an den wichtigsten Arbeiten des Astronomen: an der Beobachtung der Bessel’schen Zonen, an der Zusammenstellung des Sternkatalogs, an den Beobachtungen zur Bestimmung der Länge des einfachen Secundenpendels, an den Rechnungen für die „Tab. Regiom.“ und an den ersten Heliometerbeobachtungen theilzunehmen, woneben er die laufenden Beobachtungen am Reichenbach’schen Meridiankreise etc. ausführte. Ostern 1831 von der Naturforschenden Gesellschaft in Danzig zu deren Astronomen ernannt, wirkte er hier zugleich als Lehrer an der Navigations- sowie der königl. Provincial-Gewerbeschule, über welche letztere er 1834 das Directorat übernahm, und wurde 1836 Professor am Gymnasium, worauf er die Stelle an der Navigationsschule und auch die des Astronomen an der Naturforschenden Gesellschaft aufgab. 1855 zog er sich von dem Directorate der Gewerbeschule zurück und legte auch das Präsidium der Naturf. Gesellschaft, das er seit 1847 verwaltet hatte, nieder.

Von seinen Arbeiten sind zu erwähnen mehrere Abhandlungen über die Perspective: „Analytische Darstellung der Basreliefperspective“, Danzig 1834; „Beiträge zur analytischen Basreliefperspective“, Danzig 1836; „Théorie de la perspect. relief“, (Astr. Nachr. Bd. 38); „Zur Theorie der Perspect. für krumme Bildflächen“, 1850, (Astr. Nachr. Bd. 31); „Untersuchungen über die perspect. Verzerrung“, (Schriften der Naturf. Ges. 4. Bd., Danzig 1851); „Ueber den Einfluß der Projectionslehre auf die neue Geometrie“, Danzig 1846, 2. Aufl. 1856; „Elemente der Projectionslehre mit Anwendung der Perspect. auf die Geometrie“, Danzig 1858. Mehr astron. Inhalts sind: „Tafeln zur Erleichterung der Mondephemeriden“, Halle 1831. „Ueber die sicherste Bestimmung der geograph. Breite aus Beobachtungen mit einem Spiegelsextanten“, Königsberg 1835. „Bemerkungen über einige Methoden zur Bestimmung der geogr. Breite etc.“, Königsberg 1839. „Grundzüge der astronomischen Beobachtungskunst“, Danzig 1847. „Populäre Vorträge über Astronomie“, herausgeg. v. Zaddach, Danzig 1862.

Vgl. die Vorrede dieser Pop. Vorträge und Th. Hirsch, Gesch. des Danz. Gymnasiums seit 1814.
Th. Hirsch.