ADB:Berens, Johann Christoph
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Berens: Johann Christoph B., Rathsherr in Riga, bekannt in der deutschen Litteraturgeschichte durch seine Beziehungen zu Hamann und Herder. Geb. 7. Oct. 1729, † 19. Nov. 1792. Einer rigaschen Patricierfamilie entstammend, studirte er 1749–1753 in Göttingen und machte darnach Reisen durch Deutschland, die Niederlande und Frankreich, überall mit den litterarischen Größen der Zeit Bekanntschaften anknüpfend. Heimgekehrt widmete er sich mit patriotischem Eifer dem Dienste seiner Vaterstadt, zuletzt als Oberwettherr (Präsident des Handelsgerichts). Als im J. 1786 die althergebrachte Verfassung Riga’s durch einen kaiserlichen Ukas über den Haufen geworfen wurde, um für ein Decennium der nach abstracten Maßen zugeschnittenen allgemein-russichen „Stadtordnung“ Katharina’s[WS 1] Platz zu machen, trat, gleich den meisten Gliedern des früheren Stadtraths, auch B. in das Privatleben zurück. Unter den von ihm verfaßten Schriften – meistens nur stadtpatriotischen Gelegenheitsschriften geringen Umfanges – ist als die bedeutendste anzuführen: „Bonhomien, geschrieben bey Eröffnung der neuerbauten rigischen Stadtbibliothek“, 1792. Erstes Profil. – Ein [360] warm empfundener Ausdruck der humanistischen Bestrebungen des 18. Jahrhunderts überhaupt, der zu „bürgerlichen Tugenden“ anspornen will und durchgehends die Neigung zeigt, „von allem die guten Seiten zu sehen“. Herder hat daraus in die sechste Sammlung seiner „Briefe zur Beförderung der Humanität“ einen ausführlichen Auszug aufgenommen.
- Vgl. Reinhold Berens[WS 2], Geschichte der seit 150 Jahren in Riga einheimischen Familie Berens aus Rostock. Riga 1812; J. Böthführs, Die Rigasche Rathslinie. Riga 1857.
Anmerkungen von Wikisource-Bearbeitern
- ↑ WS: Zarin von Russland, geborene Sophia von Anhalt-Zerbst; Siehe Wikipedia: Katharina II. (die Große) (1729–1796)
- ↑ WS: Arzt, russisch-kaiserlicher Hofrat; Siehe Wikipedia: Berens, Reinhold (1745–1823)