ADB:Bläser, Gustav Hermann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Bläser, Gustav Hermann“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), ab Seite 693, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Bl%C3%A4ser,_Gustav_Hermann&oldid=568919 (Version vom 24. Dezember 2009, 05:37 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Blasche, Bernhard Heinrich
Nächster>>>
Blasius, Ernst
Band 2 (1875), ab Seite 693. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Gustav Blaeser in der Wikipedia
Nach PND-Nummer Suchen
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Bläser: Gustav Hermann B., Bildhauer, geb. zu Düsseldorf, wo seine kölnischen Eltern eben zum Besuch waren, 9. Mai 1813, † zu Cannstadt 20. April 1874. Nachdem er zuerst in der Werkstatt des Holzbildhauers Stephan in Köln und des Bildhauers Scholl in Mainz gearbeitet hatte, kam [694] er 1884 nach Berlin zu Rauch, der ihn bald zu seinen besten Schülern zählte. Er arbeitete sieben Jahre bei ihm und hat an allen größeren Werken des Meisters aus dieser Zeit, auch an der Berliner Reiterstatue Friedrichs der Großen, theilgenommen. 1844 ging er nach Rom, kehrte aber 1845 nach Berlin, wo er fortan blieb, zurück, um für die Schloßbrücke eine der acht Marmorgruppen, den Krieger im Kampf unter dem Schutze der Minerva, zu übernehmen. Seine bedeutensten monumentalen Werke sind: die colossale Reiterstatue Friedrich Wilhelms IV. auf der Rheinbrücke zu Köln und, gleichfalls für Köln, eine größer Friedrich Wilhelms III., das große Relief der Eisenbahnbrücke zu Dirschau, das Denkmal des Bürgermeisters Franke zu Magdeburg, eine Colossalbüste Lincoln’s für Washington, das Marmor-Standbild Friedrich Wilhelms IV. für Sanssouci, seine letzte fertige Arbeit. Von seinen sonstigen zahlreichen monumentalen wie decorativen Werken nennen wir noch seinen Evangelisten Matthäus mit dem Engel für eine Kirche in Helsingfors, das Grabmal des bekannten Kunstfreundes Ravené in Berlin, die Statuen des Propheten Daniel für die Berliner Schloßkuppel, des Jeremias, Daniels und Karls des Großen für die Friedenskirche in Potsdam, der Borussia für das Neue Museum in Berlin etc. B. hat stets treu an dem Geiste Rauch’s und an der Tradition der Berliner Bildhauerschule den neueren Richtungen gegenüber festgehalten. Als Künstler hochgeschätzt und vom In- und Ausland mit ehrenden Aufträgen überhäuft, war er auch als Mensch durch seinen immer heiteren Humor in weitesten Kreisen eine beliebte Persönlichkeit. (Kölnische Zeitung 1874.)

v. L.
Persönliche Werkzeuge