ADB:Döring, Georg Christian Wilhelm Asmus

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Döring, Georg Christian Wilhelm Asmus“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), ab Seite 347, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:D%C3%B6ring,_Georg_Christian_Wilhelm_Asmus&oldid=616893 (Version vom 5. Dezember 2009, 06:07 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Döring, David von
<<<Vorheriger
Döring, David von
Nächster>>>
Döring, Heinrich
Band 5 (1877), ab Seite 347. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Nach PND-Nummer Suchen
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Döring: Georg Christian Wilh. Asmus D., Schriftsteller, geb. zu Cassel am 11. Dec. 1789, Sohn des dortigen Gallerieinspectors, bezog nach einer sehr gediegenen Erziehung im elterlichen Hause die Universität Göttingen, wo ihn hauptsächlich der Aesthetiker Bouterwek fesselte, und suchte bei seiner Vorliebe für Theater und Musik die dort gewonnenen theoretischen Grundsätze praktisch als Hoftheaterdichter an der Casseler Bühne zu verwenden. In dieser Stellung schrieb er auch (1814) seine „Weissagung der Pythia“ und „Halle des Ruhmes. Nach [348] Frankfurt (zunächst als Oboist des Orchesters) 1815 übergesiedelt gründete er hier die Zeitschrift „Iris“, betheiligte sich als Correspondent bei den bedeutendsten Blättern, unternahm große Reisen und begleitete endlich 1820 als Mentor den jungen Prinzen Alexander v. Wittgenstein nach Bonn. Dieses Verhältniß löste sich jedoch bald wieder, und von nun an bis zu seinem den 10. Octbr. 1833 in Frankfurt erfolgten Tode widmete sich D. ausschließlich der Schriftstellerei. D. hat, indem er seine angeborne Reiselust häufig befriedigte, viel gesehen und auch vielerlei geschrieben, mit viel Talent und großer Leichtigkeit, aber doch nur für die kurze Spanne seiner eigenen Zeit; seinen Schriften fehlt der eigentlich dichterische, aus den Tiefen der Seele strömende, unmittelbare Hauch einer bevorzugten Natur; die Nachwelt geht schon jetzt an seinen Werken vorüber. Am ehesten werden noch die von ihm herausgegebenen „Erholungsstunden“ (seit 1831) gelesen. Er schrieb Dramatisches (so „Cervantes“, „Posa“, „Der treue Eckart“, „Zenobia“, auch ein Lustspiel „Gellert“ u. a.), Lyrisches: „Frühlingsklänge“, 2 Bde. 1822, Romane: „Sonnenberg“ (welchen Stoff Ch. Birch-Pfeiffer zu ihrem „Pfefferrösel“ dramatisch verarbeitete), „Roland von Bremen“ etc., Novellen: „Drei Nächte“, 2 Bde. 1829, ferner „Phantasiegemälde“, endlich das Libretto zu verschiedenen Opern („Berggeist“ von Spohr, „Fortunat“ von Schnyder von Wartensee, „Ahnenschatz“ von Reißiger, „Pirat“ von Hauptmann).

Vgl. Erholungsstunden VI. 7, S. 321 (Frankfurt bei Sauerländer); Justi, Nekrolog hessischer Gelehrter, und F. A. Schmidt, Neuer Nekrol. der Deutschen Jahrg. 1833; Goedeke, Grundriß Buch VIII. §. 331 Nr. 73.
J. Mähly.
Persönliche Werkzeuge