ADB:Dekema

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Dekema“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), ab Seite 34, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Dekema&oldid=799415 (Version vom 25. Dezember 2009, 13:52 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Deiters, Peter Franz Ignaz
Nächster>>>
Dekker, Cornelis
Band 5 (1877), ab Seite 34. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juli 2009)
Nach PND-Nummer Suchen
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Dekema oder Dekama. Friesisches Adelsgeschlecht, schon im 11. Jahrhundert genannt, dessen Sprossen mehrmals den deutschen Kaisern nach Italien folgten. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts war Sytse D. Haupt der Schieringer und zugleich der nationalen Partei gegen die Holländer. Ebenso sein Sohn Hette D. Eine völlig von dem stolzen kriegerischen Charakter seines Geschlechts abweichende Persönlichkeit war Juw D., Hette’s Sohn, der, seines hervorragenden Einflusses und wol auch seiner Fügsamkeit wegen von der österreichischen Partei vorgeschoben, 1494 zum Potentaten von Friesland erwählt wurde. Dieses hat zu dem Märchen geführt, Friesland sei, wenigstens in Kriegszeiten, von Potentaten regiert worden, wozu z. B. auch Sytse D. erhoben sein soll, während es erwiesen ist, daß dieses Amt da niemals früher bekannt war. Es gelang dem verständigen, aber schwachen Potentaten nicht, sich in den wogenden Parteien Geltung zu verschaffen. Bald war er vertrieben und erst unter Albrecht von Sachsen kam er zu neuen Ehren als Mitglied des Justizraths. Bis zu seinem nach 1528 erfolgten Tod blieb er eifrig österreichisch gesinnt, wie auch sein Geschlecht, das erst nach 1579 sich den nationalen Bestrebungen und der Reformation anschloß.

P. L. Müller.
Persönliche Werkzeuge