ADB:Graevenitz, Friedrich Wilhelm Graf von

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Artikel „Graevenitz, Friedrich Wilhelm Graf von“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), ab Seite 616, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Graevenitz,_Friedrich_Wilhelm_Graf_von&oldid=456001 (Version vom 24. Dezember 2009, 05:43 Uhr UTC)
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Gtiil)enitz: Friedrich Wilhelm v. G., geb. 1679, † 1754. Aus einem mecklenburgischen Adelsgeschlechte stammend, kam er im J. 1705 als Kammerjunker in den Dienst Herzog Eberhard Ludwigs von Würtemberg. Wol um sein Glück zu machen, berief er seine Schwester Christiane Wilhelmine v. G. an den herzoglichen Hof und diese wurde, wie in der Geschichte des genannten Herzogs (Bd. Rs. S. 562 ff.) dargestellt worden, bald die allgewaltige Maitresse des Herzogs, welche dem Lande zum größten Verderben gereichte. Wie sich selbst, wußte dieselbe ihren ganzen Anhang, so auch ihre Familie, mit Aemtern, Gütern und dergl. reichlichst zu versorgen und obiger Bruder wurde Geheimer [617] Rath, Obersthofmeister und Premierminister, auch mit ihr zugleich den. 1. Sept. 1707 in den Reichs grafenstand erhoben. Durch seine Geschmeidigkeit und durch gelungene kluge Negociationen in Kriegs und Friedenszeiten, insbesondere auch geschickte Unterhandlungen wegen der streitigen Mömpelgarder Succession hatte er sich übrigens immerhin einige Verdienste erworben und blieb auch nach dem Sturze seiner Schwester, mit welcher er in der letzten Zeit etwas zerfallen war, so lange wenigstens Herzog Eberhard Ludwig regierte, an der Spitze des Ministeriums. Allein nach dessen Tode (im J. 1733) ließ sein Nachfolger, Herzog Karl Alexander, ihn alsbald gefangen nehmen und in Untersuchung ziehen. Vergleichsweise trat– er seine Besitzungen im Lande gegen eine Entschädigung von 56000 fl. ab und wurde darauf seiner Haft entlassen. Nach Wien geflüchtet, suchte er vergeblich Umtriebe gegen den Herzog zu machen und starb als königl. preußischer Generallieutenant.

P. Stälin.
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