ADB:Grimoald (fränkischer Hausmeier)

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Artikel „Grimoald (fränkischer Hausmeier)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), ab Seite 700, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Grimoald_(fr%C3%A4nkischer_Hausmeier)&oldid=574610 (Version vom 24. Dezember 2009, 11:24 Uhr UTC)
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Grimoald, der Sohn des älteren Pippin († 639) gelangte 642, nachdem der Alemannenherzog Leutharis den Majordomus Otho ermordet hatte, zur Würde eines Majordomus in Austrasien. Die ihm zeitgenössischen Könige waren Sigibert III. in Austrasien und Chlodovech II. in Neustrien. Eine Folge seiner Kämpfe gegen Otho und der damit erzeugten inneren Schwäche des Reiches war ein Mißerfolg im Kampfe mit den Nachbarreichen. Mit Ernst steuerte er, um weiterem Sinken vorzubeugen, der Verschleuderung des Königsgutes an weltliche Große, indem er alle Schenkungen seines Vorgängers bis zur Mündigkeit König Sigiberts sistirte. Der Geistlichkeit war er günstiger. Stablo und Malmedy sind unter seinem Einfluß gegründet worden. Als Sigibert 656 starb (1. Febr.), ließ er dem Majordomus die Sorge für seinen Sohn Dagobert. Aber der gewaltthätige Vormund verstieß mit Hülfe des Bischofs Dido von Poitiers den Knaben in ein Kloster und setzte unter Berufung auf ein angebliches Testament Sigiberts seinen eigenen Sohn Childebert den Austrasiern zum König. Jedoch die Hülfe der Geistlichkeit allein war nicht stark genug, der Widerstand der Großen gegen das aus ihrer Mitte hervorgehende Geschlecht der Karlinge noch immer zu groß, als daß diese Regierung hätte Halt gewinnen können. G. und sein Sohn wurden dem Chlodovech ausgeliefert und fanden 656 gewaltsamen Tod im Gefängniß.

Albrecht.
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