ADB:Höpfner, Johann Georg Christian

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Artikel „Höpfner, Johann Georg Christian“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), ab Seite 108, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:H%C3%B6pfner,_Johann_Georg_Christian&oldid=488150 (Version vom 25. Dezember 2009, 10:31 Uhr UTC)
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Höpfner: Johann Georg Christian H., evangelischer Theologe und Philologe, geb. am 4. März 1765 zu Leipzig, † am 20. December 1827. Da sein Vater, ein Kaufmann, seiner zerrütteten Vermögensverhältnisse wegen wenig für die Ausbildung des Sohnes thun konnte, nahm sich der Professor der Geschichte an der Leipziger Universität Böhme des gute Anlagen zeigenden Knaben warm an, ließ ihn von 1772 an die Nicolaischule besuchen und ermöglichte es, daß er 1782 das Studium der Theologie auf der Universität seiner Vaterstadt beginnen konnte. Neben der Theologie lag er nun auch der classischen und der morgenländischen Philologie ernstlich ob. Er erwarb 1786 die Magisterwürde und erhielt 1787 daß Amt des Nachmittagspredigers cm der Universitätski–rche und Katechettn zu GohliS bei Leipzig. Wiewol er als Prediger beliebt war, fühlte er sich doch mehr zu einem akademischen Wirkung-Skreise hingezOgen. Er habilitirte sich daher 1?87 zu Leipzig auf Grund der Schrift „c01un1ent9.rjj j11 0)“01O1Je1n kJurj1zj(1jspecj111e1r. und laß nun über Bibelerklärung und andere theologische Discivlinen, über classische und morgenländische Philologie und Rhetorik, bies er 1791, als er schon zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Facultät defignirt war, daß ihm angetragene Conrectorat am Gymnasium zu Eisleben annahm. Allein bald stellte sich ein Gehörleiden bei ihm ein, daß nach und nach zu völliger Taubheit führte und seiner Lehrthätigkeit fortan ungemein l)inderlich wurde. Er sah sich deswegen genöthigt. 180O sein Amt niederzulegen und nach Leipzig zurückzukehren, wo er litterarisch auf verschiedenen Gebieten thätig wurde und seine Vorlesungen wieder aufnahm. Mehrere Berufungen nach auswärts mußte er seines Gehörleidens wegen ausschlagen. Die theologische Facultät zu Wittenberg verlieh ihm 1302 ihre Doctorwürde. Nachdem bereits 1823 in Folge eines Nervenschlages seine körperlichen und geistigen Kräfte sehr gelitten hatten, machte vier Jahre später eine Wiederholung dieses Anfalls seinem Leben ein Ende. Als Theologe gehörte er der rationalistischen Schule seiner Zeit an, die eine selbständige, von religiösen Rücksichten unabhängige Exegese forderte. In dieser Richtung bewegt sich namentlich das von ihm in Verbindung mit J. Chr. W. Augusti heraußgegebene „Exegetische Handbuch des alten Testaments “, daß jedoch nur bis zum Stück (2. Buch der Könige;) 1797–180O gedieh. Außer einigen anderen theologischen Werken, unter ihnen „BpjtO111e t118o1ogis9 c11rjstjsi151S“. 1804. eä. 2. 1819„ ver;aßte er hauptsächlich Schriften zur c1afsischen Philologie und Alterthumskunde CAuszgaben und Erklärungen einzelner Stücke des Euripides, Sophokles, Aristovhane–;, „Handbuch der griechischen Mythologie", 1795, Fortsetzung von Nitsch, „Wörterbuch der alten Geographie", 1794 und von desselben „Beschreibung deß bäuslichen, gottesdienstlichen ec. Zustandes der Griechen“, Th. 1795–1800), [109] ferner pädagogischen, litterarhistorischen und populärwissenschaftliche:1 Inhalts. Auch redigirte er die Zeitschrift „Fama der neuesten Litteratur“–, 1800 und deren Fortsetzung „Jahrbuch der neuesten Litteratur“, 18O1 und lieferte Beiträge für verschiedene andere wissenschaftliche Zeitschriften.

Vgl. Meusel, Gel. T. 11l, 363 und Nachtr. Neuer Nekrolog, Jahrgang 5. 1l, 1057.
Redslob.
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