ADB:Hauer, Georg (katholischer Theologe)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Hauer, Georg (katholischer Theologe)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), ab Seite 44, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hauer,_Georg_(katholischer_Theologe)&oldid=553194 (Version vom 25. Dezember 2009, 15:56 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Hauenschildt (Verweisung)
Nächster>>>
Hauer, Heinrich
Band 11 (1880), ab Seite 44. (Quelle)
Autor [[{{{9}}}|{{{9}}} in Wikisource]]
Nach PND-Nummer Suchen
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht korrekturgelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du auf dieser Seite.

Hlluer:Georg H. (4Hawer, Hauerius, Haverius ), katholischer Theolog und lateinischer Grammatiker in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundertes. Geboren zu Türschenreut in der Oberpfalz um daß Jahr 1484, hatte er sich dem Weltpriefterstande gewidmet und lehrte bis 1513 als Schulmann zu Passau die lateinische Sprache. Hierauf aber wurde er Priester zu Plattling an der Isar und als solcher besuchte er die Universität Ingolstadt, wo ihm die Würde einetz Magisters der Philosophie, im J. 1518 die Pfarre zu Unserer Lieben Frauen und nach Verlauf von sieben Jahren jene von St. Moriz verliehen wurde. Da er das besondere Vertrauen des Landgrafen Georg von Leuchtenberg besaß, so wurde er auf dessen Verlangen und mit Bewilligung des akademischen Senats 1519 Prorector der Universität und 1523 wirklicher Rector. Diese Würde bekleidete er sechä-mal und starb endlich als Pfarrer zu St. Moriz und Professor des geistlichen Rechtes zu Ingolstadt den 23. August 1586, 52 Jahre alt. – H. hat sich zu seiner Zeit durch seine lateinische Grammatik, gleich Bebel, Henrichmann und AVentin große Verdienste um die studirende Jugend erworben, wenn gleich seine Bemühungen auf diesem Felde ebenso wie die der genannten Zeitgenossen jetzt gänzlich der Vergessenheit anheimgefallen sind. Sein Name aber als Lehrer der lateinischen Sprache stand damals in so großem Ansehen, daß es bei den wiederholten Drucken seiner Grammatik diesen sowie den Verlegern schon vollkommen ausreichend schien, daß Titelblatt lediglich mit dem Namen „Hauerius versehen zu lassen. Die ersteAusgabe, die er, wie aus einer vorangedruckten Zuschrift des M. Spielberger „1z11gsizsi)O1jts.11ze rsjpub1. 8eore– tztrj11S“ hervorgeht, auf Verlangen des Ingolstädter Magistrats verfaßt hatte, [45] erschien als „1)usrj1js (3r8.mmztjcos 1514, welcher noch bis 1520 drei weitere folgten, in denen sich auch lateinische Lobs.ch7giften von Urban Rieger (Regius) befinden. Dem lateinischen Texte hat H. vtelfach deutsche Worterklärungen eingeschoben und ebenso findet sich vom zweiten Drucke an eine Anzahl lateinischer Sprichwörter aus Erasmus’ und Wimpfeling’s *.4(101esoentjs. entlehnt, deren bei- „ gefügte freie Uebersetzung ins Deutsche (1527) um so größeren Werth hat, als sie durch damals noch im Volksmunde lebendige und jetzt verschollene Sprichwörter und Redensarten wiedergegeben sind, oder auch Widerlegung des oft behaupteten jüngeren Ursprungs den schlagendsten Beweis liefern; so Bl. I1s : „0mitj1S1mm 98.11(1Om Ost11js – Du singst ain Tanhaußer“, Bl. lc1ll1b: „1)8.yus Sum 110n 0zc1j1Jus –ich kan nit behmisch.“ Außerdem soll er in einem eigenen noch fraglichen Buche lateinische Spsichwörter desErasmus mit solchen des Joh. Murmellius verdeutscht haben. Verlasser ist er ferner einiger Predigten, deren Druck in die Jahre 1523–26 fällt.

Kobolt, Lex. bair. Gelehrten (von Gandershofer), S. 139–41. Mederer, .in1181. .4esäOIII. lng018t. 1. 90. – Weller, R9psrt01-. 4081 – 82 und dazu –Ottow im Serapeum 1867, 330–31. Schelhorn, -4tmO(si1. 1jtsi“. V1- 324. l)u1z1esjs„ 133jb1j0grzp11js 198rc:Smj010g.- rz. 33. Kuczynski, 1’11s ur. 1jben.- 1J. 89.

J. Franck.
Persönliche Werkzeuge