ADB:Hauer, Joseph von

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Artikel „Hauer, Joseph von“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), ab Seite 45, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hauer,_Joseph_von&oldid=667385 (Version vom 24. Dezember 2009, 13:55 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Hauer: Josef v. H., österreichischer Staatsmann, Finanzschriftsteller und Paläontolog, geboren zu Wien 1778, gestorben ebendaselbst am 2. Februar 1863, Sohn des k. k. Hofkriegsraths Karl Josef v. H., beendete im J. 1798 [46] seine Rechtsstudien an der Universität Wien und war von dieser Zeit an im österreichischen Staatsdienst, 1800 als Kreis commissar in Kornneuburg, 1807 Hofsecretär bei der k. k. Hofkammer in Wien, 1812 Hofrath, 1821 Referent im Staatsrath, 1831 Vicepräses der Hofkammer, 1886 Geheimiath, 1848 pensionirt. Seine vielseitige Ausbildung und hervorragende Beobachtungsgabe ließ ihn zu verschiedenen außerordentlichen Missionen im Staatsdienst ganz besonders geeignet erscheinen. So war er schon im J. 1805 im Armeecommissariate den russischen Truppen beigegeben. Nach der Schlacht von Austerlitz hatte er die Verhältnisse der französischen Truppen mit den französischen Commissären zu ordnen. 1807 wurde er mit einer volkswirthschaftlichen Bereifung der österreichischen Alpenländer betraut; 1809 hatte er das Wichtigste aus den Archiven, Kunst- und anderen StaatsIsammlungen vor den neuerdings gegen Wien anrückenden Franzosen nach dem südöstlichen Ungarn zu bringen, worüber in Castelli’s Memoiren viele interessante Details mitgetheilt sind. 1810 brachte er dieselben Schätze wieder nach Wien zurück, begab sich aber gleich darauf wieder mit dem Grafen Karl Chotek im Auftrage seiner Regierung nach Frankreich, um die volkswirthschaftlichen und politischen Zustände dieses Landes zu studiren. 1811 wurde er in die Centralcommission berufen, welche daß zur Beseitigung der Bankozettel= wirthschaft erlassene Finanzpatent vom 15. März 1811 durchzuführen hatte und ebenso hatte er 1816 bedeutenden Antheil an der Regelung der Scheidemünze. Die Resultate seiner vielseitigen Erfahrungen im praktischen Finanz- und Verwaltungßdienste legte H. in den Spätjahren seines Lebens in einer Reihe von „Beiträgen zur Geschichte und laufenden Entwickelung der österreichischen Finanzen", 1848 ff., nieder, welche, obgleich vorwiegend referirend, doch auch manche werthvollen allgemeinen Betrachtungen enthalten und ins:8besondere auch die finanziellen Operationen zur Wiederherstellung geordneter Geld- und Banknotenverhältnisse rechtfertigen sollten, auf welche H., unter vielfachem Widerspruche der Bevölkerung, seinerzeit einen maßgebenden Einfluß genommen hatte. Schon während und neben seinen angestrengten Btrufsarbeiten fühlte sich H. mächtig vom Studium der Naturwissenschaften angezogen. Als er mit seiner Ernennung zum Geheimrath mehr Muße für Pflege seiner Lieblingsneigung fand, warf er sich sofort mit allem Eifer auf die Paläontologie und durchforschte ints besondere die Tertiärschichten des Wiener Beckens mit hervorragendem Erfolge. Seine Entdeckungen sind theils in Bronn’s Jahrbuche für Mineralogie, Geognosie und Petrefactenkunde 1337 und 1838, theils in Graf Münster’s Beiträgen zur Petrefactenkunde, theils endlich in dem Prachtwerke: „1s’0ramj11jksi“9S kOsSj1S8 c1u bA88j11 tcJrtjzjre C16 R’jen11S (1S00use1–t08 138.1– .108Sk (1S llsusi– et cF1czOrjt.SS 1D-11s ts.1(:jä8 c1’0rbjguz–“ veröffentlicht, und fanden so ungetheilte Anerkennung, daß ihn die kaisexl. leopoldinisch-karolingische Akademie, die schweizerische naturforschende Gesellschaft, daß böhmische Museum und andere gelehrte Vereine mit ihren Dip1omen aus2’seichneten. In seinem Sohne Franz v. H. hat er der Welt einen der hervorragendsten Geologen der Gegenwart geschenkt. Wurzbach M11. 37. – Wiener Zeitung 1863, Nr. 31, S. 399.

Nekrolog von Otto Freiherrn v. Hingenau.
Inama.
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