ADB:Heinrich III. (Herzog von Braunschweig-Lüneburg-Grubenhagen)

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Artikel „Heinrich III., Herzog von Braunschweig-Grubenhagen“ von Ferdinand Spehr in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), S. 488–489, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heinrich_III._(Herzog_von_Braunschweig-L%C3%BCneburg-Grubenhagen)&oldid=1685549 (Version vom 20. Dezember 2014, 15:32 Uhr UTC)
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Heinrich III., Herzog von Braunschweig-Grubenhagen, ältester Sohn des Herzogs Erich des Siegers, geboren um 1424, starb 1463, stand nach des Vaters am 28. Mai 1427 erfolgten Tode mit seinen Brüdern Ernst und Albrecht bis zum J. 1439 unter Vormundschaft seines Oheims, des Herzogs Otto von Braunschweig-Osterode, und regierte von dieser Zeit an mit seinen Brüdern in steter Gemeinschaft. Im J. 1447 brach zwischen ihm und dem Landgrafen Ludwig dem Friedsamen von Hessen eine verderbliche Fehde aus, in welcher letzterer im Bündnisse mit dem Erzbischofe von Mainz und den Herzögen von Braunschweig göttingen’scher Linie und der Stadt Göttingen mit verhältnißmäßig großer Streitmacht vor das feste Schloß Grubenhagen rückte, ohne solches jedoch trotz längerer Belagerung einnehmen zu können. Die Göttinger hatten mit großen Kosten zwei Geschütze, die ersten, welche in den braunschweigischen Landen gebraucht wurden, den Makefrede (Friedenmacher) und die Scharfe Grete zur Stelle gebracht, die aber keinen Erfolg hatten, da letztere schon nach den ersten Schüssen in Stücke sprang. Nach achtundzwanzigtägiger Belagerung und nachdem die Umgegend des Grubenhagen arg verwüstet worden, zogen die unter sich uneins gewordenen Verbündeten unverrichteter Sache ab und obgleich Landgraf Ludwig nochmals zurückkehrte, um sich an dem Schlosse Salzderhelden zu versuchen, so verlief doch auch solches ohne Nachtheil für Herzog H., über dessen ferneres Leben nichts Bemerkenswerthes zu verzeichnen ist. Wahrscheinlich ist derselbe im J. 1463 oder 1464 gestorben, begraben ist er im Alexanderstifte zu Einbeck. Von seiner Gemahlin, Margarethe, Tochter des Herzogs Johann von Sagan, hat er nur einen Sohn hinterlassen. Dieser,

Heinrich IV. von Braunschweig-Grubenhagen, lebte ebenfalls in Ruhe und Frieden, einige Jahre hindurch auch als Vormund der minderjährigen Kinder seines Vetters Herzogs Albrecht III. von Braunschweig-Osterode. Nur zweimal machte er sich durch kriegerische Unternehmungen bemerklich, einmal im J. 1485, in welchem er in einer Fehde des Bischofs Barthold von Hildesheim gegen die Stadt Hildesheim Bundesgenosse der letzteren war und thätigen Antheil an dem Streite nahm, der schließlich den gewohnten Ausgang nahm. Beide Theile gaben gegenseitig ihre Ansprüche und Forderungen auf. Das andere kriegerische Ereigniß war ein Zwist mit der ihm mit den übrigen Herzögen grubenhagen’scher Linie gemeinschaftlich gehörenden Stadt Osterode. H., dessen Burg zu Salzderhelden sich in baufälligem Zustande befand, forderte von [489] Osterode zur Ausbesserung eine Beihülfe von 80 Gulden. Unter dem Vorwande, daß die Stadt zu arm sei, um mehr beitragen zu können, schickte der Rath dem Herzoge 10 Gulden. Diese geringe Summe sah der Herzog für Schimpf und Spott an und erließ ein drohendes Schreiben an die bestürzte Stadt, welche in aller Eile fernere 40 Gulden sendete. Auch hierdurch war Herzog H. nicht zufriedengestellt, er verlangte die noch fehlenden 30 Gulden und überzog, als die Stadt diese Summe nicht aufbringen zu können erklärte oder nicht aufbringen wollte, dieselbe mit einer Fehde, welche ihr freilich mehr kostete. – Mit seiner Gemahlin Elisabeth, einer Tochter des Herzogs Johann von Sachsen-Lauenburg, lebte er in kinderloser, aber gemüthlicher Ehe. Als er am 6. December 1526 starb, fielen seine Besitzungen an seinen Vetter Philipp den älteren, Sohn des Herzogs Albrecht III. von Braunschweig-Grubenhagen, der nun sämmtliche Länder grubenhagen’schen Linie wieder in seiner einzigen Hand vereinigte.

Max, Geschichte des Fürstenthums Grubenhagen, Thl. I. Havemann’s Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg.
Spehr.