ADB:Heister, Philipp von

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Artikel „Heister, Philipp von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 493–494, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heister,_Philipp_von&oldid=2180843 (Version vom 22. September 2014, 19:31 Uhr UTC)
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Heister **): Leopold Philipp Theodor v. H., landgräflich hessen-casselscher Generallieutenant, am 4. April 1716 zu Homberg in Niederhessen geboren, stand zuerst in hessischen, darauf in französischen und dann wieder in hessischen Kriegsdiensten. Im österreichischen Erbfolgekriege wurde ihm am 4. Mai 1743 in dem für die Franzosen und Baiern unglücklichen Treffen von Braunau das Bein zerschossen und er selbst gefangen genommen; im siebenjährigen Kriege, in welchem er mit Auszeichnung an der Spitze des hessischen Leibregiments zu [494] Pferd, seit 1760 Regiment-Gensd’armes genannt, focht, wurde er bei Hastenbeck, bei Crefeld und bei Bergen verwundet. Als im J. 1776 Landgraf Friedrich II. mit Großbritannien übereingekommen war, dem letzteren Reiche einen Theil seiner Truppen zum Kampfe gegen die im Aufstand begriffenen Nordamerikaner zu überlassen, gab er H. das Commando derselben. H., ein alter Haudegen, gerade und derb, bedang sich aus, daß der Landgraf seine Schulden bezahlen, für sein Weib und seine Kinder sorgen solle und schiffte sich Mitte April 1776 mit der Hälfte des auf 12,500 Mann normirten Subsidiencorps in Bremerlehe ein. Nach viermonatlicher Seereise landete er im Hafen von Sandy Hook, führte einige Tage später die Mehrzahl seiner Truppen von Staaten Island nach Long Island über und focht am 27. August beim Angriff auf die Stellungen des Feindes, sowie bei der darauffolgenden Einnahme von New-York wacker mit. Im October traf die andere Hälfte der ihm unterstehenden Truppen, vom Generallieutenant v. Knyphausen commandirt, ein. H. selbst gewann bei einem Ende des Monats auf Washington’s New-York bedrohende Stellung in den White Plains gemachten Angriffe, in Folge dessen dieser jene mit einer weiter rückwärts gelegenen Position vertauschte, neue Lorbeeren. Aber zwischen ihm und dem englischen Obergeneral Sir William Howe trat bald eine immer stärker werdende Verstimmung zu Tage. Dem alten deutschen Offizier behagte seines Vorgesetzten Kriegführung ebenso wenig wie diesem Jenes Ansichten über dieselbe und die Art und Weise, wie er sie äußerte. Howe betrieb daher heimlich Heister’s Abberufung und seinen Ersatz durch Knyphausen, welche unter dem Vorwande der Rücksichtsnahme auf sein Alter und seine Gesundheit im Sommer 1777 erfolgten. Bald nach seiner Rückkehr erkrankte H. und starb am 19. Novbr. desselben Jahres zu Cassel. Ein Jahr zuvor war er vom Kaiser in den Adelstand erhoben.

M. v. Eelking, Die deutschen Hülfstruppen im nordamerikanischen Befreiungskriege 1776–83, I, Hannover 1863.
Poten.

[493] **) Zu Bd. XI, S. 676.