ADB:Henel von Hennenfeld, Nicolaus

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Artikel „Henel von Hennenfeld, Nicolaus“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 11 (1880), ab Seite 737, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Henel_von_Hennenfeld,_Nicolaus&oldid=459005 (Version vom 24. Dezember 2009, 01:22 Uhr UTC)
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Henel: Nicolaus H. von Hennenfeld, schlesischer Historiker, geb. am 11. Januar 1584, † am 23. Juli 1656. Geboren zu Neustadt in Oberschlesien besuchte er das Elisabethgymnasium in Breslau, dann die Universität Jena, erwarb auf der Universität Basel die Würde eines Dr. Jur., durchreiste dann mit Sigismund v. Niebelschütz die Rheinlande, Holland, Frankreich, Oberitalien. Nach Schlesien zurückgekehrt, trat er in die Dienste des Herzogs von Münsterberg und fungirte als erster Kanzler für den Frankensteiner Bezirk, um seiner Verdienste willen zum Rathe ernannt, zuerst von dem Landeshauptmann, Georg Rudolf, dann auch von dem Kaiser. Von Frankenstein vertrieben ihn dann die Drangsale des 30jährigen Krieges, in denen ja im Jahre 1632 fast die ganze Stadt ein Raub der Flammen wurde, er suchte eine Zuflucht in Breslau und ward hier im Herbst 1639 vom Rathe zum Syndicus ernannt, welche Stelle er dann bis an seinen Tod bekleidet hat. Seinen Ruhm als Schriftsteller haben ungleich weniger seine juristischen als vielmehr seine provinzialhistorischen Arbeiten begründet. Verdienstliche Beiträge zur Genealogie der schlesischen Fürsten aus seiner Feder sind in Sommersberg’s Ss. rer. siles. erhalten, ebenso eine Geschichte des Herzogthums Münsterberg; seine (nur handschriftlich erhaltene) „Silesia togata“ war die erste schlesische Gelehrtenhistorie. Hervorragende Bedeutung aber haben seine „Silesiographia“ und „Breslographia“ (beide 1613 erschienen) und namentlich die erstere als der früheste Versuch einer auf wissenschaftlicher Grundlage ausgeführten historisch-geographischen Beschreibung Schlesiens. Zu einer neuen vermehrten und verbesserten Ausgabe derselben hatte H. selbst reiches Material gesammelt, doch hat ihn der Tod früher ereilt und erst in viel späterer Zeit hat der gelehrte Prälat des Breslauer Matthiasstiftes Fibiger unter Benutzung jener Sammlungen das Werk als „Silesiographia renovata“ mit zahlreichen reichhaltigen Anmerkungen und in einem Umfange, der fast das Zehnfache der ursprünglichen Auesgabe beträgt, im Jahr 1704 erscheinen lassen. Eine noch von H. selbst herrührende „Breslographia renovata“ ist als Manuscript in mehrfachen Abschriften vorhanden.

Das Leben Henel’s schildert Streff in der Einleitung zur Silesiographia renovata.
Grünhagen.
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