ADB:Hermann (Abt von Niederaltaich)

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Artikel „Hermann (Abt von Niederaltaich)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), ab Seite 164, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hermann_(Abt_von_Niederaltaich)&oldid=553807 (Version vom 17. November 2009, 07:35 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Hermann (Abt von Kastel)
Band 12 (1880), ab Seite 164. (Quelle)
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Hermann, von 1242 biS 127Z Abt der ansehnlichen Abtei–Nieder- Altaich zwischen RegenSburg und Passau, ift 1200 oder 1201 geboren und hat schon zu Lebzeiten deS Abte8 Dietmar eine ansehnliche Stellung eingenommen, wurde mit wichtigen Gesandtschaften betraut. Nach der Abdankung des alten AbteS zu dessen Nachfolger erwählt, hat er vorzüglich dem ökonomischen Zustande der ReichSabtei feine Sorgsalt und Energie zugewandt, wobei e3 ihm zu Statten kam, daß nach dem Au5fterben der Grafen von Bogen die Vogtei an die Herzoge von Baiern gekommen war. Ju vertrauten Beziehungen zu diesen und zu dem König Ottokar von Böhmen, der ba!d siegreichen päpstlichen Partei angehörig, gelang e3 ihm, sein Stift zu hoher Blüthe zu bringen. Von feiner Thätigkeit und Umficht zeugen die Noch erhaltenen Aufzeichnungen über die Verhältnisse, Besitzungen und Einkünfte deS Kloster–S, die Urkundenbücher, welche auch Land- frieden u. A. enthalten und darin feine wichtige politische Stellung erkennen lassen. Hierdurch wurde etz ihm auch zur Nothwendigkeit, einen Ueberblick über die Geschichte zu erhalten; er ließ ältere Chroniken sammeln, ergänzte sie und fügte eine Darstellung der Zeitgeschichte hinzu, in welcher zufammenfassende Ueberblicke seine Hand erkennen lassen, während anderes Nur in seinem Auftrag eingezeichnet fein mag. Natürlicher Weise steht die locale, vorzügXich baierifche Geschichte im Vordergrund; e?: ist aber auch nur zu bemerklich und für un?: bedauerlich, daß er über die wichtigsten Gegenstände, wie namentlich die Thätig- keit deö päpftlichen Agenten Albert Vehaim, dem er doch nahe gestanden hatte, absichtlich Schweigen beobachtet. Die tieferen Gegensätze der Parteien berührt er nicht, und so werthvoll UNS seine Mittheilungen find, so wenig können sie un?- doch ganz befriedigen. Nachdem H. 12sZ auf seine Würde verzichtet hatte, starb er am Z1. Juli 1275. Sein GcschichtSwerk wurde viel benutzt und fand verschiedene Fortsetzer.

Aus-Sg. von THIS- J-1cm. (;e1s111. SS. I(l’1l» 351–605. Neue Forts. ib.

ITIL!?- 49. Lorenz, GeschichtSqu., 1. 146, 1l. ZZ6. Wichert im Neuen Archiv, l. Z69–Z93. Braunmüller in den Verhandlungen dez hist. VereinS von Niederbaiern, I(lIL. Heft Z.

W. Wattenbach.
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