ADB:Hermann I. (Bischof von Würzburg)

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Artikel „Hermann I. (Bischof von Würzburg)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), ab Seite 158, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hermann_I._(Bischof_von_W%C3%BCrzburg)&oldid=553817 (Version vom 12. November 2009, 06:03 Uhr UTC)
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Band 12 (1880), ab Seite 158. (Quelle)
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Hermann I., Fürstbischof von Wirzburg, 1225–––1254, stammte auS dem thüringisch-osterländifchen Geschlechte der Dynasten von Lobdaburg, deren StammhauS über dem (jetzt weimarifchen) Städtchen Lobeda am rechten U?er der thüringischen Saale, unweit von Jena, sich erhob. Dem Geschlechte war feiner Zeit durch seine Verwandtschaft mit dem Bischof Konrad l., auS dem Hause der Herren von Querfurt, der (s1198) den Hilde8heimer Stuhl mit dem dez heil. Burkard zu Wirzburg vertauscht hatte, der Weg nach Franken geebnet worden, von wo etz ursprünglich auch au8gcgangen war. BereitsS im 1207 wurde ein Lobdaburger, Bischof Otto l., auf den bifchöflichen Stuhl von Wirz- burg erhoben und neben wie nach ihm treffen wir noch mehrere Glieder sVineS Hauses im dortigen Domcapitel. WAS für unS aber daß wichtigste ist, schon zwei Jahre nach feinem im J. 112Z erfolgten Tode und der kurzen Zwischen- regierung Bischof Dietrich?- von Homburg (von der We-rn.) folgte ihm sein Bruder;- fohn H. in der bischöf1ichen Würde von Wirzburg nach, die er dann nahezu dreißig Jahre bekleidet hat. Er gehört unzweifelhaft zu den merkwürdigsten Häuptern der Wirzburger Kirche und nimmt für die mittelalterliche Epoche dez HochftiftS annähernd dieselbe Bedeutung in Anspruch, die für die neuere Zeit dem Fürftbischof Juliu8 zukommt. Nicht minder groß war im Verhältnisse fein Einfluß alS Reich5fürst, nur daß der des-z Reiche?- an der Art dieseS Ein- flusseS geringe Freude finden kann. Der Zeitpunkt seiner Erwählung läßt sich .nur beiläufig bestimmen; er fällt ungefähr in den zweiten oder dritten Monat dez J. 12:25; am 25. April tritt H. zum ersten Male urkundlich in seinem neuen Amts: und zwar alZ Erwähkter aus; seine Consekration hingegen ist, wie Ussermann mit Recht aus-ZfÜhrt, erst am 21. September Von dem Kardinallegaten Otto von Porto vollzogen worden. Ob H. bereitS vor feiner Erhebung dem Wirzburger Domcapitel angehört habe, ist biz in die neueste Zeit bezweifelt worden. Daß Herkommen und die Wahrscheinlichkeit sprechen aber immerhin dafür und wir glauben positive Spuren gefunden zu haben, die man bisher übersehen hat und die eine solche schon an sich nahe liegende Vermuthung zu Unterstützen geeignet find. Demnach würde H. Archidiacon der Wirzburger Kirche, als solcher Mitglied deö CapitelS und zugleich Propst deS CollegiatstifteS [159] St. Stephan zu Bamberg gewesen sein, eine Cumulation, die in jenem Jahrhundert bereits keineBwegS ohne Beispiel ift (zu vgl. IC011.BOj0z 37 p. 207 und Spieß, Archiv. Nebenarb. l, 146, bei den Zeugen 115, ferner Ussermann, – 1–31z. Wj1–00b. p. 178 oben und B11. 138.mberg. p. 228). Ueberhaupt kann etz, alles wohl erwogen, kaum einen Zweifel unterliegen, daß H. bereitS vor seiner Wahl sich feinen Wählern al-z der Mann von Thatkraft und HeVofchergaben gezeigt hatte, wie ihn die Situation erforderte, und eben diese Erwägung legt wieder die VorauSsetzu:tg nahe, daß er nicht erst von außen herbeigeholt wor- den ift. Die Zustände deS Hochstifts;, an dessen Spitze er gestellt wurde, waren schwierig genug. Gerade unter feinem Oheim, Bischof Otto, war nicht ohne dessen Schuld in der inneren, namentlich finanziellen Lage eine bedenkliche Zerrüttung ein- gerissen. Seine reich8fürftliche Wirksamkeit hatte die Kräfte de8 Hochstifte8 in empfind- licher Weise in Anspruch genommen. ES war nicht bloß nichtS gewonnen, sondern sogar vieles verloren worden. Um fchlimmereS zu verhüten, waren die Stände deS Stifte8 dazwischen getreten, Und nun sollte der Neffe wieder gut machen, waS der Oheim versäumt hatte. Die in der Geschichte dez Hochstifts Epoche machende Wahlcapitulatiot1 de8 J. 1225, die H. beschwören mußte, wirft einer- feit8 ein hinlänglich deutlicheZ Licht auf die angedeuteten Schwierigkeiten, –– und zeigt zugleich andererseits-, wa?- HermannS Wähler von ihm erwarteten und ihm an LeistungSfähigkeit zutrauten. Dieser VorauSfetzung hat er auch und zwar in außerordentlichem Grade entsprochen. Er hat ein in der That seltene?- Herrfchertalent bewährt, daß Stift nachhaltig reorganifirt und ift unter der Gunst der Zeitumstände in Wahrheit der Gründer einer land-eZherrlichen Gewalt der Bischöfe von Wirzburg geworden. Der Vortheil feineS HochftiftS, die Bei- bringung de8 Verlorenen, die Sicherung, Erweiterung und Abrundung deS StiftS- gebiete?- und seiner fürftlichcn Macht, sie find e5, die ihm über Alleß gehen und deren Förderung er fo ziemlich jeder andern Rücksicht unterordnet. So ist denn auch die ganze Zeit seiner Regierung mit fortgesetzten Anstrengungen und Kämpfen auSgefüllt. Jeden Anspruch greift er auf, jede Gelegenheit, ihn geltend zu machen, kommt ihm erwünscht. Vor Allem aber geht er darauf au8, den hohen Adel feineiS StiftS, die Grafen und Dynasten, zu zähmen und seinem Systeme dienftbar zu machen. So ist er der Reihe nach mit den Grafen von Henneberg, von Ri-:neck, Castell, sogar dem letzten Grafen von Meran, dessen Besitzungen in den Wirzburger Sprengel hinüberreichten, in Fehde gestanden und überall ist er schließlich Sieger geblieben und die Mehrzahl hat er gezwungen, feine lehnSoberherrlic:he Gerichtsbarkeit anzuerkennen. Erwerbung reiht sich an Er- werbung, verschiedene Wege schlägt er zu diesem Ziele ein; befonderS gerne sucht er die unabhängigen Herren dahin zu bewegen, daß sie ihre Eigengüter seinen Kirchen zu Lehen auftrugen, waS oft nur der Anfang vom Ende war, so die Grafen von Botenlauben, die Dynaften von Trimberg, die Herren von Rauheneck u. a. Namentkich die Grafen von Henneberg haben seine ftreitbare Hand wiederholt schwer gespürt; er hat nicht bloS die burggräfliche Gewakt in Wirzburg, die seit langer Zeit in ihren Hände:: war, lahm gelegt, sondern der weiteren Au;-:dehnung ihrer Besitzungen im Norden dez StiftS ein Ziel gesetzt. MancheS, wie die Stadt Meiningen, mußten fie gänzlich zurückgeben, andereZ ihm zu Lehen austragen. Die Herrschaft BotenlaubeN (sso genannt nach der bei Kissingen gelegenen Burg) hat er, unterstützt von dem welteNtfagenden Geiste de?- Grafen Otto von B. und dessen Gemahlin Beatrix, zuletzt völlig in den Besitz seiner Kirche gebracht und dasselbe ift ihm mit der Herrschaft Hiltenburg gelungen, deren Besitzer in den Deutfchorden trat, dessen Frau den Schleier nahm und deren Sohn dcr Kirche dargebracht wurde. Mit dem Schwert » in der Hand ift er dem Stift Fulda entgegengetreten, daß bi?-her im Norden [160] des Sprengel-z mächtiger al8 die Wirzbutger Kirche selbst gewesen war, und hat er durch die eben erwähnten Erwerbungen den Einfluß desselben paralyfirt. Ebenso hat er gegen den Vifchos Ekbert von Bamberg, der die Henneberger unterstützt hatte und dessen Kirche im Osten der Wirzburger Diözese begütert war, daß Schwert gezogen, um ihn zum Verzicht auf seiner Ansicht zufolge un- billige Ansprüche zu zwingen. Bischof Ekbert hat zuletzt nachgeben und Buße zahlen müssen. Bei dieser eiferfüchtigen Bewahrung aller feiner Rechte und Forde- rungen kann es UNS nicht wundern, wenn wir hören, daß H. im letzten Jahr- zehnt feiner Herrschaft auch mit feiner Stadt Wirzburg selbst in ein bittereS Zerwürfniß gerathen ist, daß sicher in dem Streben der Stadt nach möglichst großer Autonomie und in den selbstherrlichen Neigungen de8 Bischof3 seinen letzten Grund gehabt hat. VeiGelegenheit dieser Verwicklung ist, einer späteren aber nicht un- glaubwürdigen Ueberlieferung zufolge, sogar da?: Leben de-Z Bischofs einmal in Gefahr gerathen. Ein wesentlichetz Ferment dieses StreiteS hatte, wie zu ver- muthen, den Versuch der Stadt, den Clerus3 zu den städtischen Lasten heranzu- ziehen, gebildet. Gewiß ift aber, daß dem Bifchofe die Ueberwindung dieseS WiderstandeZ nicht in dem Grade gelungen ist, wie in den andern Fällen. Neben dieser unermüdlichcn Thätigkeit für die politischen Jnteressen deS Hoch- stiftS und die Befestigung und Au?-dehnung seiner landeSherrlichen Gewalt und mitten unter einer, wie wir sogleich hören werden, hochangestrengten fortgesetzten regen Betheiligung an den öffentlichen Angelegenheiten mußte unvermeidlicher Weise die eifrige Pflege der rein kirchlichen und geistlichen Obliegenheiten HermannZ zurücktreten; doch wird man mit Recht nicht behaupten können, daß er sie nach den Vorau?:fetzungen jener Zeit in auffälliger Weise vernachlässigt habe, wenn auch nichts außerordentlicheS von dieser Seite seiner Wirksamkeit zu melden ift. Daß eifersüchtige und nachdrückliche Wahrnehmung seiner epiScopalen Rechte ihm mit obenan stand, braucht um so weniger im befonderenhervo1«gehoben zu werden, alZ die weltlichen und geistlichen Jnteressen ohnedem oft genug zusammenfielen und H. so recht der Mann dazu war, diesen Zusammenhang überall zu erkennen, fest- zuhalten und nach Umständen auSzunutze::. Ueberhaupt kam der überfchwäng= liche Geist der Epoche, an dem die StauFer zum Theil mit gescheitert sind, feinen Bestrebungen auf allen Seiten zu gute und entgegen. Daß H. die Fest- setzung der neu gegründeten Ritterorden in seinem Sprengel begünstigt hat, ift Thatfache; dasselbe galt von der Aufnahme der zu seiner Zeit entstandenen Orden der FranciScaner und Dominicaner, doch war er klug und auf seine eigeneMacht eifersüchtig genug, daß er gegenüber dem gewaltigen Umfichgreifen namentlich deZ Predigerordentz den SäkularkleruS in Schutz nahm und jenen in bestimmte Grenzen in Sachen der Seelsorge zurückwic8. Auf der andern Seite wieder hat er ganz besonders? die Vermehrung der Frau-mklöste1: in feinem Sprengel begünstigt, von welchen eine UeberhebuNg wie von Seiten d,er Bettel- mönche nicht zu fürchten war. So find unter feinen Aufpicien eine beträchliche Anzahl von Klöstern der Cistercienserinnen weithin durch den Sprengel, nament- kich in den wohlhabenderen Gegenden de?: SüdweftenS desselben, entstanden. Von allgemeinen GesichtSpunkten aus ist in der erstaunlichen Thätigkeit HermannS daß wichtigste seine ReichSpolitik, der Grad und die Art seiner Theilnahme an den großen öffentlichen Angekegenheiten, die bekanntlich gerade während seiner Zeit in eine für die Zukunft de-S Reiches verhängnißvolle Krifi–S eingetreten find. Hier sei zunächst bemerkt, daß feine Reich5-politik mit seinen geschilderten landeSherr- lichen und territorialen Bestrebungen aufS eifrigste zusammenhängt und in ihren verschiedenen Stadien wieder zum guten Theile sich darauS erklärt, weil sie die Bestimmung hatte, dieselben zu unterstützen. Freilich bildet sie die Seite seiner Wirksamkeit, die wir am wenigsten zu-billigen vermöchten, wenn wir auch zu- [161] geben wollen, daß sie unter der Einwirkung der allgemeinen Verwirrung der « Epoche überhaupt steht. Hermanns Oheim, Bischof Otto, hatte sich aufrichtig an Friedrich I1. angeschlossen und zu dessen Vertrauen8männern gehört, der junge König Heinrich war feinem besonderen Schutze anvertraut gewesen. Zu diesem Heinrich tritt H. nun in Abwesenheit deS kaiserlichen Vaterß von Anfang an in nahe Beziehungen und erscheint fortgesetzt in dessen Umgebung, und zwar gerade zu der Zeit, in welcher derselbe mehr alö je sich selbst überlassen blieb. Wenn die Annahme erlaubt ift, daß H. auf den jungen König Einfluß hatte, ––– und sie ist kaum zu umgehen –– so läßt sich leider nicht behaupten, daß er auf die Dauer ein guter oder glücklicher war.– Gewiß ift, daß H. sich feine Hin- gebung an Heinrich zu Gunsten feine?- Stifte?- auSreichend vergelten ließ. Jm Sommer 1226 begleitet er den König, al-Z dieser nach Jtalien aufbrach, um seinem Vater gegen die Lombarden zu Hülse zu kommen. Am 11. Mai be- schwört er zu Trident mit Gerlach von Büdinge11im Namen Heinrichs dessen gegen England gerichteteS Bündniß mit dem Könige von Frankreich. Der Zweck de?- ZugeS wurde bekanntlich nicht erreicht: angefichtS der feindlichen Haltung der Lombarden, die die Alpenpäsfe schlossen, mußte der König mit seinen Deutschen wieder umkehren. Aber nach wie vor treffen wir H. im Gefolge deS König-S. So auch auf dem Hoftage zu Worm?:, auf welchem die bekannten, für die Ent- wicklung der landeSfürstlichen Gewalt in Deutschland so wichtigen Gesetze erlassen worden sind. Die sichtliche Verdüsterung der Beziehungen HeinrichZ zu feinem Vater hat an diesem Verhältnisse nichtS zu ändern vermocht. Jm J. 1232 begleitete H. den König nach Friaul an den Hof deZ KaifersS, wo derselbe sich rechtfertigen sollte, und der Bischof vermittelt mit Andem zwischen Vater und Sohn und er- scheint unter den 12 ReichSfürsten, die auf Wunsch dez letzteren schwören, ihn verlassen zu wollen, fall?: er dem seinem Vater gemachten eidlichen Ge!öbnisse untreu werden sollte. Wie ernsthaft da?: alleS gemeint war, steht dahin. Der König hat bekanntlich bald genug die guten Vorsätze vergessen und bereitet zuletzt den Abfall gegen den Vater vor. H. feinerfeitZ hält fortgesetzt zu ihm, auch zu einer Zeit, in welcher felbft Fernstehende über dessen Pläne sich nicht mehr täuschen konnten. Ju Wirzburg scheinen sogar die Fäden der thatfächlichen Ver- fchw5rung zusammengelaufen zu sein. Mehrere Werkzeuge der verrätherifchm Politik deS Königtz gehören dem Wirzburger Capitel an. Vezeichnend ift die Urkunde König HeinrichS vom 11. November 12Z4, welche daß engfte Verhältniß zwischen dem Bischof, seinem Capitel, dem Wirzburger KleruSJ, den Baronen und Minifterialen, ja sogar der Stadt Wirzburg zum prägnanten Au?-druck bringt. Jm J. 1:2Z5 übernimmt H. mit Heinrich von Neifen im Auftrag deS Königö eine Sendung an den Hof König Ludwig?- 1J. von Frankreich, um eine eheliche Verbindung zwischen ihren beiderseitigen Kindern zu Stande zu bringen, freilich ohne Erfolg. Noch in demselben Jahre brachen alle Stützen des aufrührerifchen SohneS zusammen, K. Friedrich erschien in Deutschland und der Sturz Hein- richS vollzog sich. H. durfte zufrieden fein, daß er nicht in denselben mit ver- wickelt wurde. Von Seite de-Z Kaiser-?- hatte er keine Schonung verdient; wenigstens5 die Getreuen desselben im Hochftift bereiteten ihm manche-rlei Schädigungen und der « Papst Gregor 1T. lud auf den Wunsch deS KaiserS ihn und andere Anhänger de?- gestürzten KönigS zur Verantwortung nach Rom vor. hat mit feinem Mitschuldigen, dem Bischof L–andulf von WormS, der Vorladung nach Rom wirklich Folge geleistet; doch ging Dank der Vermittelung dez HochmeistersZ Her- mann von Salza der drohende Sturm am Ende gefahrloS an ihm vorüber und er gewann die Gunst dez KaiferS wie dez PapsteS wieder zurück, welcher letztere sogar bald genug mit feiner Autorität für ihnyeintrat. Die nächste Zeit be- schränkt H. seine Thätigkeit auf die inneren Angelegenheiten des:; StifteS. Der [162] Gang der großen öffentlichen Angelegenheiten, der sich erneuernde Kampf zwischen dem Kaiser auf der einen und dem Papste und den Lombarden auf der andern Seite führten ihn aber bald wieder mit einem deutschen Heere im J. 12Z8 –– dem ringenden Kaiser zu Hülse –– über die Alpen. Vom August dieses Jahres biZ in den November hinein treffen wir ihn dort in der Umgebung FriedrichS, im Lager vor Bre8cia und dann in Cremona. Al-sz etz aber jetzt noch einmal zu Unterhandlungen zwischen dem Kaiser und dem Papst kam, wird er mit An- dern von diesem alS Vermittler auSerfehen und erhält den Auftrag, Friedrich die von der Kirche gegen ihn erhobenen Beschwerden schriftlich vorzutragen; weiterhin berichtet er mit seinen Genossen in diesem Auftrag wieder an den Papst über die Rechtfertigung die der Kaiser jenen Beschwerden entgegenstellte. Diese Vermittlerrolle setzt H., nach Deutschland zurückgekehrt, dann mit dem Landgrafen Heinrich RaSpe von Thüringen fort. JedenfallS steht er mit dem ftaufifchen Hause noch immer in leidlichen Beziehungen. Denn auch in der Umgebung König KonradS 1l?. treffen wir ihn mehrere Male, so namentlich auch bei Ge- legenheit deS am 2. Juli 12Z9 unter dem Vorsitz dez; König8 und dez Erz- bifchofS Siegfried zu Mainz eröffneten ConcilS. A13 aber der Streit zwischen dem Kaiser und Jnnocenz lf. sich immer mehr verschärfte und zuletzt (124:3s) mit einem vollständigen und unheilbaren Vruche endigte, verließ auch H. die Sache deW3 Kaisers? und deS ftaufischen Hauses und stellte sich offen auf die Seite der Gegner desselben, voran d-zZ PapsteS. Die Erhebung deZ Landgrafen von Thüringen, mit dem er seit Jahren nahe Beziehungen unterhalten hatte, zum Gegenkönige ift vorzugSweise fein Werk gewesen und nicht zufällig hat sie vor den Thoren von Wirzburg stattgefunden. Selbstverständlich, daß der »Pfaffen- könig« die erwiesenen guten Dienste auf Kosten dez Reiche?- mit Gegeuleistungen erwiedern mußte. JN dieser ParteiftelluNg hat H. dann uuverrückt auSgehalten. Nach einer Nachricht der Wormser Annalen hat sich König Konrad im April 1251 von Worms?- auß aufgemacht, um ihn zu züchtigen und Wirzburg zu be- lagern, aber daß Vorhaben scheint unau?-geführt geb!ieben zu sein. AIS an die Stelle de?- bald vom Schaupkatz abgerufenen Landgrafen, Dank den unermüdlichen Anstrengungen Papst Jnnocenz1f., Wilhelm von Holland al-?- Gegenkönig trat, hat sich H. folgerechter Weise auch bei seiner Wahl bctheiligt, und treffen wir ihn in den Jahren 1252 und 125Z wiederholt bei ihm. Eine weitere Theil- nahme cm der tragischen Entwicklung der Dinge im Reiche hat ihm dann sein da–S Jahr darauf am 2. März 1254 erfolgter Tod erspart. – I1011ume11t9» bOjca» Bd. ZO und vor allem Z7. –– Boehmcr, 1–T9gg. 11N1sS1–jj Von 1198––1250» –––- lluj1!81«c1–B1sS11O11eS- IIjSt01–jH1. c1j131011151rjcs5D k’1«j(1cJ1–jcj jm1z. 1l. – Die Werke von Schirrmacher und Winkelmann über K. Fried- rich I1. – L. Fries-, Geschichte der Bischöfe von Wirzburg, bei Ludwig, Geschicht- fchreiber Vom BiSthUm Würzburg. UfsermanU, 1Opi8(30pzt11S Wj1H–291zu1«gO11Sj5. – Jäger, Geschichte des FraNkenlandeß«-, Bd. 1l1. – Henner, BifchofHerm.a1m 1. von Lobdaburg und die Befestigung der LandeSherrlichkeit im Hochftift Wirz- burg. –– Von dem Unterzeichnetcn: Graf Otto von Botenlauben und sein Ge- schlecht, Würzburg 1850.

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