ADB:Herz, Henri
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Herz: Hen ri H., geboren am 6. Januar 1803 zu Wien, † am 5. Januar 1888 zu Paris. Ein beim großen Publicum einst außerordentlich beliebter Modecomponist, der gut ein halb Jahrhundert den Spielstoff der Damenwelt beherrscht hat. Schon sehr jung zeigten sich seine bedeutenden Anlagen zur Musik, und kaum 8 Jahre alt, trat er schon als Claviervirtuose auf. Hierauf brachte ihn der Vater Nach Paris aufs 0011S8ry8.t0irs äS musi(1ue, wo er Pradher’s Clavierclasse zugewiesen wurde und in kurzer Zeit den ersten Preies erlangte. Ebenso machte er in der Compositionsclasse unter Dourlen reißende Fortschritte, so daß er schon 1818 Variationen und ein Rondo eigener Composition herausgab. Der überraschende Erfolg dieser Erstlinge verleitete ihn, auf der begonnenen oberflächlichen Bahn fortzufahren, aus der er sich kaum in größeren Werken, wie in seinen Coneerten mit Orchester, herauszureißen im Stande war. Als Virtuose errang er sowol in Frankreich, wie 1831 und 1834 in Deutschland und England unbestrittene Erfolge. Als speculativer Kopf und im Verlangen reich zu werden, betheiligte er sich an der Pianoforte- Fabrik von Klepser als Theilhaber, gerieth aber in Verlust und gründete eine eigene Fabrik, doch gelang es ihm nicht, den erhofften Gewinn herauszuschlagen, daher unternahm er 1845 eine große Concerttour in den Vereinigten Staaten Amerikas und 1849K50 in Californien und Südamerika. Zurückgekehrt nach Paris , begann er nun im großen zu fabriciren und brachte die Fabrik auch in der That zu hoher Blüthe, die seinen Säckel nach Wunsch füllte. Dabei vergaß er nicht daß Fabriciren von Variationen, Rondos, Polkas, Transcriptionen italienischer Opernmelodien, Phantasien u. A. und fand stets willige Verleger, die hohe Honorare zahlten. Hofmeister’s Handbuch von 1828–1871 verzeichnet Opus 1–218 neben einer langen Reihe von allerhand Clavierpikzcen ohne Opuszahl. Noch 1875 werden die beiden Clavierconcerte Nr. 5 0pus 180 und Nr. 8 01;xus 218 neu aufgelegt (Mainzbei Schott, seinem Hauptverleger). Dennoch hat H. für die Jugend manchesbrauchbare Werk geschrieben, und sein Heft „Gammen und Fingerübungen auf 5 Tönen“ bilden heute noch für den Anfänger den ersten Unterrichtsstoff. Riemann’s und Mende!-Reißmann’s Lexikon. – Urtheile in der Berliner Musikztg. 2, 212; 4, 281 etc. – In der Leipziger Allgem. Musik- Zeitung sehr reichlich Vertreten, siehe die Generalreg., sein Porträt in Bd. 42 4 als Titelblatt nebst seiner Hds. in Nr. 1.