ADB:Kanold, Johann
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Kauold: Johann K., Arzt, ist den 15. December 1679 in Breslau geboren. Er hatte in Halle Medicin studirt, sich hier Vorzugsweise zu Stahl, dessen Lehre er auch bis zum letzten Augenblicke frins Lebens treu geblieben ist, hingezogen gefühlt und unter dem Präsidium dieses seines Lehrers im J. 1704 seine Inauguraldissertation „l)e abo1–tu er to(-tu m0rtuo“ vertheidigt. Nach seiner Promotion kehrte er in die Ht-imath zurück, wo er als hochgeschätzter Arzt bis zu seinem am 15. November 1729 durch ein bös artigeß Fieber herbeigeführten Tod gelebt hat. – .5kanold’s praktische Thätigkeit fällt in die Zeit der schweren Pestseuchen, von welchen die eine in den Jahren 1707 u. flg. vom Osten her einen großen Theil Deutschlands überzogen, die andere in den Jahren 1720–22 die südlichen .sk“üftengebietr Frankreichs heimgesucht hatte. Dies Ereigniß fesselte das Interesse sianold’s in hervorragendem Grade; er hatte sich mit Aerzten in den von der Seuche ergriffen gewesenen Gegenden in schriftlichen Verkehr gesetzt, gab die Berichte derselben commentirt, bez. in deutscher Uebersetzung heraus, wandte seine Aufmerksamkeit aber auch anderen zur Zeit vorherrschenden Volkskrankheiten zu, zog über dieselben von zahlreichen Punkten Europa’s Nachrichten ein, welche er in einer von ihm zum Theil für diesen Zweck begründeten Zeitschrift veröffentlichte, und so hat er sich um die wissenschaftliche Bearbeitung der bis dahin wenig berücksichtigten Epidemiographie ein großes Verdienst erworben. – Seine Mittheilungen über die genannten beiden Pestepidemieen sind in zwei Schriften: „Einiger Ils(1jcorum Sendschreiben von der Pest in Preußen 1708, [81] in Danzig 1709 . . grassireten Pest 2c.“ 1711 (1713) und „Einiger Ma1silianischen bels(1jcorum Sendschreiben von der Pest in Marsilien 2c.“ 1721 niedergelegt; ein größeres Werk über die Pest unter dem Titel „.4nn9„1es (1e ortu- p1–og1esu et eJ1itu m:1,sxll8e 110millum pesti1entis.e 8b anno 1701 3.c1 e1nmim 1716 welches er noch vor seinem Tode vollendet hatte, ist nicht in den Druck gekommen. – Von der von ihm begründeten, für die Seuchengeschichte jener Zeit wichtigen Zeitschrift „Sammlung von Natur- und Medicin-, wie auch dazu gehörigen Kunst- und Litteraturgeschichten 2c.", bei deren Redaction ihn Anfanges seine Collegen Kundmann, Klaunig und Buschwitz unterstützt hatten, sind in den Jahren 1717–1729 38 Versuche oder Theile mit 4 Supplementbänden erschienen; dieselbe ist nach seinem Tode von Büchner unter dem Titel „Iljs(ten811es. pllzsiOo– me(1jco–r1r2tsb01Vati08ke fortgesetzt worden. – Von geringerer Bedeutung als die oben genannten litterarischen Leistungen Kanold’s sind einige von ihm, als Mitglied der Leopoldinischen Akademie, in den Akten dieser gelehrten Gesellschaft mitgetheilte medicinische Beobachtungen und zwei Schriften über die Riuderpest: „Historische Relation von Oer Pestilens des Hornviehes 2c., 1713, und „Kurze Historie von der Seuche des Hornvirhs von 1701–1717“ 2c., 1720 (*1721), in welchen er die Seuche für nicht-ansteckend erklärt. – Außerdem hat er „Untersuchungen des Tanhausischen Gesundheitsbrunnenes veröffentlicht und eine vermehrte Ausgabe vonJenckel’s „Kluscogre1.1z11js Oder Anleitung zum rechten Begriff und nützlicher Anlcgung der Isluse0rum** besorgt-
Ueber sein Leben vgl. Kle(1i(:ot–u1–11 8jlesj:tco1–um 88„sr:1e S1-ec. II. p. 95 und Keft11er, Med. Gelehrtenlexikon, Jena 174“ S. 439.