ADB:Koch, Simon (2. Artikel)

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Artikel „Koch, Simon (2. Artikel)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), ab Seite 376, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Koch,_Simon_(2._Artikel)&oldid=888026 (Version vom 11. Dezember 2009, 11:28 Uhr UTC)
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[WS:Diese Person wurde doppelt in die ADB aufgenommen, siehe den Artikel Koch, Simon in Bd. 16.]

Mentzer: Simon M., Buchdrucker zu Magdeburg von 1490 bis jedenfalls 1503 (das Jahr 1509, Weller, Rep. Typogr. S. 47O, ist nicht sicher bezeugt). Ueber seine persönlichen Lebensumstände hat sich bis jetzt nichts ermitteln lassen. Es ist nicht unmöglich, daß er aus Mainz gebürtig war und deshalb der „Mentzer“ hieß. In diesem Fall gewinnt die durch die Art seiner Typen nahegelegte Vermuthung an Wahrscheinlichkeit, daß er aus der Schule Peter Schöffers hervorgegangen ist. Dreizehn Drucke sind von M. bekannt, alles Schriften für das Volk und fast alle mit Holzschnitten geziert, welch letztere zum Theil von einem unbekannten Holzschneider F. W. herrühren. Wir heben hervor: „De seuen dot sunde“, 1490, 4°, „Dat vater noster“ durch Joh. [377] Munzinger, o.O.u.J. 4°, Hans Rosenplüt’s „Historie von einer tugendhaften Kaiserin zu Rom“ in niederdeutscher Uebertragung, 1500. 4°, „Van der dope der kyndere“ durch Andreas Proles, 1500. 4°, „De historie van alexander dem greuen van metze, 1500. 4°. Wie diese, so sind auch die anderen Drucke Mentzer’s kleine Volksschriften, die leicht verloren gehen und von denen die meisten erst in neuerer Zeit entdeckt worden sind (Panzer und Hain kennen nur zwei). Um so wahrscheinlicher ist es, daß M. noch manches andere derartige gedruckt hat, wovon das eine ganz verloren ist, das andere noch der Auffindung harrt.

Vgl. Bruns, Beiträge zur krit. Bearbeitung alter Hss. u.s.w. S. 173, 178, 181; Riederer, Nachrichten zur Kirchen-Geschichte Bd. IV. S. 280 ff.; Götze, Aeltere Geschichte der Buchdruckerkunst in Magdeburg S. 53–93.
J. Franck.
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