ADB:Konrad II. von Rothenburg

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Artikel „Konrad II. von Rothenburg“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), ab Seite 619, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Konrad_II._von_Rothenburg&oldid=606843 (Version vom 11. Dezember 2009, 11:45 Uhr UTC)
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Konrad II., Herzog von Schwaben, 1191-96. Dritter oder – die Frage ist nicht sicher zu entscheiden – vierter Sohn Kaiser Friedrich Barbarossa’s, wurde er von seinem Vater mit den fränkischen Gütern ausgestattet, welche diesem durch den Tod seines Vetters, Herzog Friedrichs IV. von Schwaben († 1167), zufielen, namentlich Weißenburg im Nordgau und Rothenburg an der Tauber, wornach K. schon 1188 Herzog von Rothenburg heißt, dazu auch Eger. Im genannten Jahre verlobte er sich mit der im Kindesalter stehenden Berengaria, Tochter König Alfons VIII. von Castilien. Falls die Ehe wirklich zu Stande gekommen, wären ihm durch seine Gemahlin 42 000 Goldgulden und beim Mangel männlicher Erben ihres Vaters die Nachfolge in Castilien zu Theil geworden, allein das Verlöbniß wurde später auf Grund zu naher Verwandtschaft beider für nichtig erklärt und K. blieb überhaupt unvermählt. Auf dem italienischen Zuge, welchen der älteste Sohn und Nachfolger Kaiser Friedrichs, Heinrich, im J. 1191 unternahm, erprobte er sich als dessen Waffengefährte und wohnte insbesondere seiner Kaiserkrönung zu Rom im April dieses Jahres an. Nach Deutschland zurückgekehrt, übertrug ihm Heinrich, da der zweite Bruder, Herzog Friedrich von Schwaben, am 20. Januar 1191 vor Accon seinen Tod gefunden, das Herzogthum Schwaben, verlieh ihm auch zugleich die durch den Tod Herzog Welfs VI. am 15. Decbr. 1191 dem staufischen Hause heimgefallenen welfischen Güter in Oberschwaben und Baiern. Mit seiner Schwertleite erhielt K. auf dem Wormser Reichstage von Pfingsten 1192 die feierliche Bestätigung seines schwäbischen Herzogthums. Dem Gebote Kaiser Heinrichs entsprechend, zog er im Sommer gegen Herzog Berthold von Zähringen zu Felde, fand jedoch am 15. August bei einem Versuch gegen die Ehre einer Frau ohne Zweifel zu Durlach einen gewaltsamen Tod, worauf er in der Familiengruft seines Hauses zu Lorch beigesetzt wurde. Tapferkeit und Kühnheit werden auch ihm, wie den anderen Staufern nachgerühmt, allein wild, gewaltthätig und lüstern, war er ein Schrecken für nah und fern.

Vgl. Chr. Fr. Stälin, Wirtemberg. Geschichte, II. 1847, S.123-133. Jahrbücher der deutschen Geschichte: Th. Töche, Kaiser Heinrich VI., Leipzig 1867 (s. Register); E. Winkelmann, Philipp v. Schwaben, Leipz. 1873, S.13, 18. P. Fr. Stälin, a. a. O. S.280 ff.
P. Stälin.
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