ADB:Krah, Johann Gottlob

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Artikel „Krah, Johann Gottlob“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), ab Seite 21, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Krah,_Johann_Gottlob&oldid=559695 (Version vom 24. Dezember 2009, 08:08 Uhr UTC)
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Krah: Johann Gottlob K., war zu Störmthal unweit Leipzig am 25. Juli 1735 geboten, und ist am 25. Octbr. 1810 gestorben. Sein Vater war ein Schneider; es gelang indeß, den Sohn in die Landesschule Pforta zu bringen, worauf er seine Studien in Leipzig machte; hier erwarb er sich den Grad eines Magisters der Philosophie. Im J. 1763 wurde er Pfarrer zu [22] Prießnitz in der Ephorie Borna. Dieses geistliche Amt ließ ihm, da die Muttergemeinde nicht mehr als einige Hundert Seelen zählte, und die nahe Tochtergemeinde Elbisbach noch weit kleiner war, immerhin schöne Muße zu litterarischen Arbeiten. Er ließ in den Jahren 1768 und 1769 einige Aufsätze in satirisch-moralischen Wochenschriften erscheinen. Dagegen erschienen 1775 und 1789 einige kleine Bücher aus seiner Feder. Das erste hat den Titel: „Neue geistliche Lieder zur Unterhaltung der Privatandacht, nebst Nachahmungen einiger alten Kirchenlieder“, Altenburg 1775. Die eigenen Dichtungen, 24 an der Zahl, sind ganz nur subjective Ergüsse, ohne tieferen Gehalt und höheren Schwung. Die Vorrede nimmt durch ihre Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit für den Mann ein. Er hat ein Gefühl davon, was es ist um ein ächtes und gerechtes Kirchenlied, er beschreibt dasselbe als die laute Stimme der Kirche selbst, als ein Stück öffentlichen Glaubensbekenntnisses rc. Um so mehr ist zu verwundern, daß er es gewagt hat, einige dieser alten Kirchenlieder „nachzuahmen“ oder umzudichten. Es sind neun dergleichen Lieder von ihm modernisirt, z. B. Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort, Wenn mein Stündlein vorhanden ist (statt dessen: „Wenn meine Zeit dahin nun ist“), Christus der ist mein Leben rc. Die spätere Schrift ist: „Prüfung der Urtheile über die gewöhnlichen Todesarten, nebst geistlichen Liedern“, 1789. In der Abhandlung selbst, S. 1–80, widerlegt er das Vorurtheil, als sei ein sanfter Tod ein sicheres Unterpfand der Seligkeit, hingegen ein schmerzhafter Tod ein Beweis göttlichen Zorngerichtes. Auf die Abhandlung folgen 11 von ihm frei gedichtete geistliche Lieder, sämmtlich neu, verglichen mit dem Büchlein von 1775; den Schluß bilden wieder, wie dort, Nachahmungen alter Kirchen1ieder, deren 6 hier modernisirt erscheinen, S. 107–118. Nicht nur diese Umdichtungen sondern auch die frei gedichteten geistlichen Lieder sind seit geraumer Zeit vergessen und verschollen.

Lechler.
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