ADB:Lauterbach, Anton

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Artikel „Lauterbach, Anton“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), ab Seite 74, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lauterbach,_Anton&oldid=536601 (Version vom 25. Dezember 2009, 03:20 Uhr UTC)
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Band 18 (1883), ab Seite 74. (Quelle)
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Lauterbach: Anton L., lutherischer Theolog des 16. Jahrhunderts, geb. den 13. Januar 1502 zu Stolpen im Meißnischen, † den 18. Juli 1569 als Superintendent zu Pirna in Kursachsen. Er hatte 1517 zu Leipzig studirt, war daselbst Baccalaureus geworden, kam später nach Wittenberg, wurde Luther’s Schüler, Haus- und Tischgenosse, wurde auf Luther’s Empfehlung 1533 Diakonus zu Leisnig, wo er mit einer früheren Nonne in die Ehe trat. 1537 wurde er Diakonus in Wittenberg, 1539 aber nach Einführung der Reformation im Herzogthum Sachsen Pastor und Superintendent zu Pirna und zu mancherlei anderen kirchlichen Geschäften verwendet. Während seines zweimaligen Wittenberger Aufenthaltes wie nachher stand er in nahem persönlichen Verkehr mit Luther und Melanchthon, schrieb Luther’s Predigten nach und zeichnete seine Colloquia oder Tischreden auf. Diese seine handschriftlichen Aufzeichnungen, besonders ein aus dem J. 1538/9 stammendes Tagebuch Lauterbach’s, zum Theil unmittelbar an Luther’s Tisch niedergeschrieben und daher die ganze Frische und Schmucklosigkeit des Selbstgehörten bewahrend, bilden den Kern und die Grundlage der sowohl 1571 von H. P. Rebenstock, Pfarrer zu Eschersheim bei Frankfurt, neuerdings von Bindseil, Lemgo 1863–66 herausgegebenen lateinischen Colloquia Lutheri, als der 1566 und später von Joh. Aurifaber und Andern redigirten und edirten deutschen Tischreden, – einer der wichtigsten, jedoch mit Kritik zu gebrauchenden Quellen für Luther’s Lebensgeschichte. Von sonstigen Schriften Lauterbach’s ist Nichts bekannt als eine von ihm gemeinsam mit Pfeffinger, Greser und Zeuner herausgegebene Trostschrift an vertriebene böhmische Prediger. Briefe Luther’s an ihn stehen in der Sammlung der Lutherbriefe von De Wette-Seidemann, Briefe Melanchthon’s an L. im Corp. Reform. Bd. III bis IX.

Vgl. Jöcher II, 2319; Rotermund III, 1417 und die dort citirten Schriften von Wilisch, Dietmann, Erdmann, Seckendorf, Kapp, Schelhorn etc., besonders aber Seidemann, Lauterbach’s Tagebuch, Dresden 1872; Köstlin, Leben Luther’s, 2. Aufl. 1883. II, 426 und Register S. 700.
Wagenmann.
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