ADB:Lorentz, Friedrich
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Lorentz: Friedrich L., geb. zu Kreuznach am 9.Nov.1803, erhielt seine gelehrte Ausbildung auf dem Gymnasium daselbst unter der Leitung desl)r. Eilers, mit welchem er auch später befreundet blieb. Seit 1823 in Heidelberg, schloß er sich vorzüglich Schlosser an, durch dessen Empfehlung er Hauslehrer in einer englischen Familie wurde, was ihn zu eingehender Beschäftigung mit englischer Sprache und Litteratur führte. In Berlin promovirte er 1826 mit der Dissertation „l)e Sts.tu in (;usm 8jOj1iz 3. )?01–ms.n11js r6(18.OM 8it“. Von einer Uebersetzung des Cassius Dio erschien nur der erste Band, welcher auch eine Abhandlung von Schlosser enthält, außerdem übersetzte er die Geschichte des Königs [179] Aelfred, von Turner. 1828 habiXitirte er sich in Halle mit der Schrift „1)e s08r01o KC8g110 1jttOr9.rt1m kzutore“; 1829 erschien sein geschütztes Buch über Alcuin, welches der Vorläufer eines umfassenden Werkes über die karolingische Zeit sein sollte; aber es ist nur noch 1832 in Raumer’s Historischem Taschenbuch ein Aufsatz über Karls Privat- und Hofleben von ihm erschienen: er wurde diesen Studien entfremdet, indem er, nachdem er 183O außerordentlicher Professor in Halle geworden war, 1832 einer Berufung nach Petersburg folgte. Hier war ser als Professor am pädagogischen Hauptinstitut, 1836–1838 auch als Redacteur der von der Akademie herausgegebenen Deutschen Petersburger Zeitung, seit 184O auch als: Director der deutschen Hauptschulen von St. Petri, praktisch vielfach und in rühmlicher Weise thätig und und verfaßte außerdem ein Handbuch der Allgemeinen Weltgeschichte, welches (smangelhaft übersetzt) in russischer Sprache erschien und als Grundlage des Schulunterrichts dienen sollte, aber von russischer Seite lebhaft angefeindet wurde. Nach 25 Jahren verließ er 1857 seine Professur mit Pension und hielt in Bonn Vorlesungen als 191–okesO1– 11o110rsrjuswurde aber schon 1858 von einer Lungenentzündung ergriffen und starb am 1O. Mai 1861. Nach einem vollständig ausgearbeiteten Collegienheft von ihm gab 1867 Theodor Bernhardi die „Neueste Geschichte von 1815–1856“`l)eraus, eine fleißig gearbeitete Zusammenstellung ohne selbständigen Werth; ein kurzer Lebensabriß de Verfassers ist vorangeschickt und hier benutzt.