ADB:Ludwig III. (Herzog von Württemberg)

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Artikel „Ludwig, Herzog von Württemberg“ von Otto von Alberti in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 19 (1884), S. 597–598, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ludwig_III._(Herzog_von_W%C3%BCrttemberg)&oldid=2248170 (Version vom 23. Oktober 2014, 03:03 Uhr UTC)
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Ludwig, Herzog von Württemberg, geb. zu Stuttgart den 1. Januar 1554, der einzige überlebende Sohn des Herzogs Christoph, stand nach dessen Tod (28. Septbr. 1568) zunächst unter Vormundschaft seiner Mutter, Anna Maria von Braunschweig-Ansbach, des Herzogs Wolfgang von Zweibrücken und der Markgrafen Georg Friedrich von Ansbach und Karl von Baden, in deren Namen [598] Graf Heinrich von Castell die Verwaltung des Landes führte. Förmlich übernahm er einer Bestimmung seines Vaters gemäß die Regierung erst in seinem 24. Lebensjahre (1578), nachdem er schon mehrere Jahre hindurch im Wesentlichen selbständig gehandelt hatte. So war es sein Werk, daß, wie schon fünf Jahre vorher die Einladung des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz zu einem Schutzbündniß der protestantischen Fürsten, im Jahr 1577 die dasselbe bezweckenden Bemühungen der Königin Elisabeth für Württemberg ohne Erfolg und ohne Folgen blieben. Auch ihrem späteren Drängen zu einem allgemeinen protestantischen Bündniß (1585) wich L. aus, theils deshalb, weil er durch Eingehung eines solchen Bündnisses mittelbar die Calvinisten zu unterstützen fürchtete, hauptsächlich aber, weil er, wie sein Vater, zu Kaiser und Reich hielt und darauf bedacht war, die von seinem Vater gepflegte Freundschaft mit geistlichen und weltlichen Fürsten und dem Lande den Frieden zu erhalten. Abgesehen von einem Zug gegen den Grafen Ludwig von Löwenstein, der seine Oberlehensherrlichkeit nicht anerkennen wollte (1579) und einer auf kaiserlichen Befehl unternommenen Expedition gegen Konrad von Pappenheim (1591) sind Werke des Kriegs von Ludwig nicht zu melden. Dem Regenten wird beharrlicher Fleiß in Erledigung der Regierungsgeschäfte und mit großer Milde gepaarte Gerechtigkeit nachgerühmt. Am stärksten aber tritt hervor seine Religiosität, insonderheit sein Eifer für das lutherische Bekenntniß, das er mit gründlicher Kenntniß der religiösen Tagesfragen sein Leben lang dem Calvinismus wie dem Papismus gegenüber energisch vertrat, auch durch Entsendung rechtgläubiger Theologen und Religionsgespräche zu fördern suchte. Neben solcher Gesinnung versäumte er die Freuden des irdischen Lebens nicht. Er war ein Freund ritterlicher Spiele, in denen er selbst wohl geübt war, hauptsächlich aber der Jagd und heiterer Gesellschaft bei kräftigem Trunk. Erst 39 Jahre alt starb er am 28. August 1593 ohne Leibeserben, nachdem er zweimal, von 1575 bis 1583 mit Dorothea Ursula von Baden, von 1585 an mit Ursula, Tochter des Pfalzgrafen Georg Johann von Lützelstein († 1635) vermählt gewesen war.

Stälin, Wirtemb. Geschichte Bd. IV, S. 776 ff.
v. Alberti.