ADB:May, Franz Anton
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Pia!): Franz Anton M. (oder Mai), Arzt, ist den16. December 1742 in Heidelberg geboren. – Nach Beendigung seiner wissenschaftlichen Vorbildung auf dem katholischen Gymnasium seiner Vaterstadt studirte er zuerst Philosophie, später Medicin und erlangte 1763 die philosophische und 1766, gemeinschaftlich mit Peter Frank und seinem nachherigen Collc–gen Zuccarini, die medicinische Doctorwürde. – Noch in demselben Jahre trat er als Lehrer in die Hebammenschule in Mannheim ein, wurde im Jahre darauf zum Arzt in dem dortigen Zuchthause und Waisenhause und 1770 zum Medicinalrathe und Physikus der Oberschultheißerei Qggersheim ernannt. – Drei Jahre später erhielt er einen Ruf als l9roi“. e1trzor(1. an die Universität Heidelberg, 1786 wurde er zum 1’rot’. or(1. der Geburtshülfe befördert und 1789, unter Beibehaltung seiner akademischen Stellung, zum Lt-ibarzte der Kurfürstin Elisabeth, Gemahlin des Kurfürsten Karl Theodor, ernannt. Er starb als Senior der Facultät am 20. April 1814 in Folge einer Lungenentzündung zum tiefsten Bedauern nicht nur der Facultät, welche in ihm einen der befähigtesten und ausgezeichnetsten Lehrer verlor, sondern auch der städtischen Bevölkerung Heidelbergs, welche in ihm einen liebevollen, glücklichen und in seiner Thätigkeit unermüdlichen Arzt verehrt hatte. – Unter den.zahlreichen litterarischen Arbeiten May’s, die jedoch meist nur von 6igeringem [84] Umfange, zum größten Theile als akademische Gelegenheitsschriften und Programme erschienen–sind, nehmen die geburtöhülflichen („l-’9„t-x er kuttors:1 puerpe1–8.rum er 8Oll1tjO11e przosi1tae 81–tjki0jsij 0rjunäz 1786- ferner „1)is. en1j1-8118 8p11o1–jsm08 Oircu 8eqae18S er pr018t1osu uterj 0rjun(18S e. :t.“)„ vor Allem aber daß „l’1–0grsmms C10 necesjr:-tte p:trtus qu-111(1o(1ue pr:-tem-1turO pron1oyen(1i“„ 1799„ die erste Stelle ein. – In dieser letztgenannten Schrift hat M. zuerst, und zwar gleichzeitig mit dem dänischen Geburtshelser Scheel, aber unabhängig von demselben, den sehr gewichtigen Vorschlag gemacht, unter Umständen die Frühgeburt künstlich einzuleiten. – Eine andere Reihe seiner Arbeiten ist medicinisch-historischer und -politischer Natur; von diesen verdient namentlich die, wenn auch etwas derbe, aber mit vielem Humor und vom Standpunkte reicher Erfahrung verfaßte Schrift „Stolpertus, ein junger Arzt am Krankenbette“, 5 Bdchn., 1777, 1778, 1801, 1807, genannt zu werden. – M. hat seine Stellung am kurfürstlichen Hofe in der edelften Weise dazu benutzt, zweckmäßige medicinische Institute ins Leben zu rufen, oder doch deren Begründung zu fördern, so namentlich eine Verpflegungsanstalt für Arme in Mannheim, und hier wie später in Heidelberg Institute, welche zur Unterweisung junger Mädchen in der Diätetik und Krankenpflege bestimmt waren. Ueber MKS Leben und seine Leistungen vgl. Salzburger med.-chir. Zeitung 1814 Nr. 65, 207 und v. Siebold, Geschichte der Geburtshülfe 1l, 693. Ein vollständiges Verzeichniß seiner Schriften findet sich in l)ict. 11istor. ä6 1a n1S(1e(:j11e 1ll„ 547–48.