ADB:Miltitz, Karl von (Komponist)

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Artikel „Miltitz, Karl von (Komponist)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), ab Seite 760, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Miltitz,_Karl_von_(Komponist)&oldid=561149 (Version vom 24. Dezember 2009, 03:20 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Miltitz, Karl von (päpstlicher Diplomat)
Band 21 (1885), ab Seite 760. (Quelle)
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Miltits: Karl Vorromäus Alexander Stephan v. M., Dichter, Componist und musikalischer Schriftsteller, wurde am 9. November 1781 in Dresden geboren. Sein Vater, der königlich sächsische erste Hofmarschall Friedrich Siegmund v. M., ließ dem Knaben eine sorgfältige häusliche und wissenschaftliche Erziehung zu Theil werden und pflegte auch die früh erwachende Neigung zur Musik. Im Begriff die Universität zu beziehen, bestimmte ihn ein Familienereigniß, 1797 in die Armee einzutreten. Während eines mehrjährigen einsamen Garnisonlebens in einem Städtchen der Oberlausitz beschäftigte er sich eingehend mit Poesie und Tonkunst und betrieb namentlich das Studium der italienischen und französischen Litteratur. Lebhafte Fortsetzung fanden diese Bestrebungen, als er 18O2 als Offizier bei den Gardes du Corps nach Dresden versetzt wurde. In der musikalischen Theorie unterrichtete ihn nun der treffliche Christian Ehregott Weinlig, während ein Briefwechsel mit Rochlitz seine allgemeinen Kunstbestrebungen wesentlich förderte. Als Hauptmann in die Schweizergarde übers getreten, fand er volle Muße zu dichten und zu componiren, zugleich aber den Compositionsunterricht nun beim Kapellmßister Joseph Schuster fortzusetzen. Im J. 1811 gab er seinen Posten bei der Schweizergarde auf und zog mit der Gattin nach dem einem seiner Verwandten gehörigen reizenden Schlosse Scharsenberg bei Meißen, brachte aber schon 1812 wegen der Kriegsunruhen seine Familie in Sicherheit nach Prag und nahm nun in dem österreichischen Dragonerregiment Erzherzog Joha1mDienste, in welchem er den Freihe1kampf mitmachte. – Nach [761] Scharfenberg zurückgekehrt, versuchte er sich als Schriftsteller zuerst in dem von Apel, Fouqus und F. La1m herausgegebenen „Wunderbuche““ (3 Bde., Leipzig 1815–1817). Bald darauf gab er eine Sammlung Erzählungen unter dem Titel „Ausstellungen“ (2 Bde., Erfurt 1817–1820) heraus. Nachdem er bei Christian Theodor Weinlig noch Unterricht im Contrapunkt genommen hatte, “ unternahm er 1820 eine Reife nach Italien, als deren Frucht zunächst eine Sammlung Novellen unter dem Titel „Orangenblüthen““ (3 Bde., Leipzig 1822 bis 1825) erschien. – Die Anstellung seiner Gattin als Oberhofmeisterin bei der Gemahlin des Prinzen Johann führte M. wieder nach Dresden und als 1824 sein Schwiegervater, der General v. Watzdorff, als sächsischev Gesemdtek nach Berlin ging, wurde er an dessen Stelle zum Oberhofmeister des Prinzen ernannt. Im freundschaftlichen Umgang mit diesem liebenswürdigen und geistvollen Fürsten und den zu dessen geistiger Tafelrunde gehörenden Gelehrten und Künstlern fand nun M. immer mehr Gelegenheit seinen Neigungen zu folgen. Außer seinen „Gesammelten Erzählungen“ (3 Bde., Leipzig 1825) erschienen von ihm noch zahlreiche Novellen in Zeitschriften und Taschenbüchern, welche viel Beifall fanden. Ein Zeitgenosse urtheilt über ihn im dritten Bande des Conversationslexikons der Gegenwart (Leipzig 1840) folgendermaßen: „Ausgestattet mit einer reichen Welt- und Menschenkenntniß und mit einer reichen Phantasie, die ihn und mit ihm den Leser rasch über kleine Unwahrscheinlichkeiten hinweghebt, weiß er durch schnell fortschreitende und kebendige Darstellung, durch ein warmes Colorit der Sprache und durch die frische Ans :haulichkeit in oft sehr reizender Schilderungen zu fessekn und auch, wo es Gelegenheit gibt, durch interessante Blicke in daß Kunstleben den ernsten Sinn zu befriedigen.“ Als Componist hat M. eine stattliche Reihe von Werken in Handschrift hinterlassen, welche sämmtlich die mit allen Hilfsmitteln der Kunst wohl vertraute Feder des kunstgebildeten Laien verrathen. Von Kirchensachen sind zu erwähnen: drei Messen (1815, 1829 Und 1830), ein Requiem (1834), ein Oratorium „Die Frauen am Grabe des Heilandes (1816), ein 8r5tb-1e ms„tsi“„ ein .-Use N18rjs„ zwei 881yO 1–3.egi119. 2c. Von seinen Opern kamen folgende in Dresden zur Aufführung: „Der türkische Arzt“ (komische Oper in einem Akt, 1832); „Saul, König von Jfrael“ (große ernsthafte Oper, Text vom Prinzen Johann, 1833); „Der Condottiere“ (romantisch-komische Oper, Text von der Prinzessin Amalie, 1836); „Czerny-Georg“ (1839). Außerdem componirte er 1835 noch die romantische Oper „Alboin und Rosamunde“, welche, wie es scheint, nicht aufgeführt worden – ist. Zu den Opern „Der Vergmönch“ von Wolfram und „Die Felfenmühle von Etali(öres von Reißiger, welche1830 und 1881 in Dresden aufgeführt wurden, schrieb er den Text. Gedruckt von ihm wurden: Messe in lsl–mo11 (Wien, Haß- linger); „Vater in deine Hände“ für drei Singstimmen (Braunschweig, Spehr); Ouverture „C18ms 1e ge-11re (18?OtH8js c1’0S8js„n“ (Leipzig, Breitkopf F5 Härtel); drei1)uettj11j für Sopran und Alt (Leipzig, Breitkopf 0T: Härtel). Mehrere Liederhefte von M. erschienen bei Meser in Drt-Sden, Goedsche in Meißen und Breitkopf ö: Härtel in Leipzig. Verdieustlich wirkte der fleißige und strebsame Mann auch als musikalisch-kritischer Schriftsteller in der „Abendzeitung“, der Leipziger „Allgemeinen musikalischen Zeitung“, der „Cäcilia“ und mehreren anderen periodischen Zeischriften. M. starb als: königlich sächsischer wirklicher Geheimer Rath, Oberhofmeister und Kammerherr in Dresden am 19. Januar 1845. Seit1835 war er auch Ehrenmitglied der schwedischen Akademie.

Fürstenau.
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