ADB:Moellendorff, Wichard von

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Artikel „Moellendorff, Wichard von“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), ab Seite 120, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Moellendorff,_Wichard_von&oldid=682819 (Version vom 25. Dezember 2009, 13:14 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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Moellendorff, Karl von
Band 22 (1885), ab Seite 120. (Quelle)
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Wichard von Möllendorff (General) in der Wikipedia
PND-Nummer 117081051
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Miilleudotff: Wichard Joachim Heinrich v. M., Preußischer Generalfeldmarschall, am 7. Januar 1724 auf dem väterlichen Gute Lindenberg in der Priegnitz geboren, † am 28. Januar 1816 zu Havelberg, auf der Ritterakademie zu Lüneburg erzogen, machte als Page König Friedrichs des Großen den ersten und als Fähnrich im 1. Bataillon Leibgarde den zweiten schlesischen Krieg mit; bei Soor wurde er schwer verwundet. In `1’c-me 11 der 1iistojre C19 mon tsms belobt ihn der König wegen tapferer und geschickter Führung eines Convoi. 1746 ernannte ihn der König zum Capitän beim Regiment Garde. Als solcher focht er bei Roßbach und bei Leuthen, erhielt für die Wegnahme des Dorfes Leuthen den Orden pour 1S msijre. ward 1758 Commandeur des dritten Bataillons Garde, mit dem er dem Ueberfall von Hochkirch beiwohnte, und 176O Commandeur des Regiments Garde. Mit diesem focht er bei Liegnitz und bei Torgau, nach erster-er Schlacht wurde er zum Oberstlieutenant befördert, gegen Ende der letzteren erstürmte er, einen von den Oesterreichern zu früh preisgegebenen Weg geschickt benutzend, unter General v. Saldern die Siptitzer Höhen, nahm die dort befindlichen Geschütze und behauptete sie mit außerordentlicher Tapferkeit, wurde dann aber gefangen, bald nachher jedoch ausgewechselt und gleich „darauf zum Oberst, 1762 aber zum General ernannt. Seit 1757 war er vom Capitän bis zum General aufgestiegen. Seine hervorragendste Leistung im siebenjährigen Kriege war sein Antheil an dem Treffen von Burkerßdorf am 21. Juli 1762, dessen glücklicher Ausgang die Belagerung von Schweidnitz ermöglichte. Nach Friedenßschluß erhielt er zunächst die märtische Infanterieinspection in Potsdam, dann die pommersche und 1788 die berlinische in der Hauptstadt, zugleich ward er Gouverneur der letzteren. In dieser Stellung erwarb er sich ein besonderes Verdienst, indem er mit Erfolg auf eine menschlichere Behandlung der Soldaten hinarbeitete; er wollte, wie er in einem Rundschreiben vom 10.Juni1785 sagt, „die barbarisch geringschätzige Art der Offiziere gegen den gemeinen Mann auß- märzen“ und auf letzteren durch das Ehrgefühl, statt durch den Stock, wirken. In der Zeit nach dem Hubertsburger Frieden bis zu König Friedrichs Tode war [121] er einer von dessen gern gesehenen Gesellschaftern. Nachdem er im baierischen` – Erbfolgekriege unter dem Prinzen Heinrich ein eigenes Corps commandirt und für ein glückliches Gefecht bei Brüx am 5. Februar 177 den schwarzen Adlerorden erhalten hatte, übernahm er, seit 1793 Feldmarschall, im Januar 1794 an des Herzogs von Braunschweig Stelle daß Commando der preußischen und –sächsischeü Truppen am Rhein, welche damals eine Stellun’g zum Schutze von Mainz inne hatten. Nachdem durch einen neuen Subsidientractat mit England Preußens fernere Theilnahme am Kriege sichergestellt war, schritt er zum Angriffe auf die Franzosen, nöthigte sie durch das Treffen bei Kaiserslauter:1 am 28. Mai zum Rückzuge, wurde aber durch ihr Vorgehen schon Mitte Juni genöthigt, die errungenen Bortheile wieder aufzugeben. Die Verhältnisse der Verbündeten gestalteten sich immer ungünstigen und veranlaßten im Herbst auch M., auf das rechte Rheinufer zurückzugeben. Die Feindseligkeiten, deren Beendigung –er schon lange gewünscht und betrieben hatte, hörten damit auf; am 5. April 1795 fokgte der Friede von Basel. – Als im J. 1806 der Kampf zwischen Frankreich und Preußen von neuem entbramite, war der 82jährige M. körperlich noch leidlich rüstig; seine geistigen Fähigkeiten aber reichten nicht mehr aus, um zu leisten, was der Krieg vom Feldherrn fordert; in der methodischen Kriegführung des 18. Jahrhunderts groß geworden, hatte er außerdem die Neuzeit nicht begriffen. Gegen die Pläne für organisatorische Aenderungen der Armee verl;ielt er sich ablehnend; sie seien ihm „zx1 hoch“, sagte er. Er begleitete die Armee, ohne ein Commando zu führen, in daß Feld, befand sich in der Schlacht von Auerstädt an des–Königs Seite, gelangte mit einem Theile der Armee nach Erfurt und wurde durch die Capitulation, an der er jedoch keinen Antheil hatte, weil er besinnungslos und krank war, kriegsgefangen. Auf Ehrenwort entlassen, ging er nach Berlin, wurde von Napoleon mit Auszeichnung behandelt, was ihm nicht ungerechtfertigte Vorwürfe zuzog und nahm später seinen Wohnsitz in Havelberg, wo er am 28. Januar 1816 starb. Buchholz wirft ihm in der „G0llerie preußischer Charaktere“, Germanien 1808, eine zu große Liebe zum Gelbe vor, welche in Preußens Unglückszeit in krasser Weise zu Tage getreten sei. Er ist der Stifter des Majorats Gadow in der Priegnitz.

Genealogisch-militärischer Kalender auf das Jahr 1785, Berlin. – Biographisches Lexikon aller Helden und Militärpersonen. welche sich in preußischen Diensten berühmt gemacht haben, 3. Thk., Berlin 1790.
Poten.
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