ADB:Pall von Pallhausen, Vincenz
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Pall*): Vincenz P. Von Pallhausen, bairischer Archivar und
Historiker, am L2. Januar 1759 zu Freising von bürgerlichen Eltern, welche den Namen Pull führten, geboren, † zu München am 9. August 1817. Er besuchte Schulen und Lyceum seiner Vaterstadt, trat 1779 als Novize in das Benedictinerkloster zu Tegernsee, verließ aber bald wieder den Convent und begab sich nach München, wo er am Lyceum seine Studien vollendete, dann bei einem Hofgerichttzadvocaten in Praxis trat. 1785 wurde er als geheimer Kanzlist angestellt, 1792 zum geheimen Registrator in der Staatsregistratur befördert und von Kurfürst Karl Theodor während des Reichsvicariat-8 in den Adelstand mit dem Prädicat Edler von Pallhausen erhoben. 1796 leitete -.-r die F1üchtung des Archivs nach Sachsen, 1797 nahm er als Registrator der bairischen Gesandtschaft am Friedenscongreß zu Rastatt Theil, nach der Rückkehr 1799 wurde er zum geh. Staatsarchivar und gleichzeitig auf Grund seiner Leistungen auf dem Gebiet vaterländischer Geschichtsforschung zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt. Er Verfaßte mehrere geschichtliche Lehr- und Lesebücher, löste zwei von der Akademie gestellte Preisaufgaben über die Vasallität der Reichsstände in Baiern (1788, die Abhandlung wurder8O3 publicirt) und über Begriff und Grenzen des alten Noricum (1796). Seine Schrift über „Garibald, ersten König Bojoariens, und seine Tochter *) Zu Bd. )00s, S. [790] Theodelinde, erste Königin in Italien, oder die Utgeschichte der Baiern–“ (1810) verwickelte ihn in eine litterarische Fehde mit dem bekannten Ritter von Lang, die in einen erbitterten Streit zwischen den altbairischen Autochthonen,sin deren Namen P. das Wort führte, und den „Neubaiern“ aus Franken und Schwaben ausartete. Von seinen zahlreichen übrigen Schriften sei noch „Bo„jos„r15te ’kopo– grs.p1tis Romzus.–0e1tioz oder Baiern, wie es in den ältesten Zeiten war“ (1816)- namhaft gemacht; auch hier noch hielt er mit Zähigkeit fest an der verschrobenen. Hypothese vom keltischen Ursprung der Baiern, die ihm ale die aus Bojohemum durch die Markomannen verdrängten Boier galten. Neben seinen Forschungsarbeiten beschäftigte sich P. mit allerlei technischen Versuchen; u. A. war ers bemüht, ein besseres Verfahren, mittels dessen der ganze Schriftsatz auf einer einzigen Platte unter die Buchdruckerpresse gebracht werden könnte, zu erfinden, und legte 1801 der Akademie eine wohlgerathene, kleine Stereotypenplatte vor.. Ein Verzeichuiß seiner Schriften ist einem Nekrolog in der Zeitschrift für Baiern, Jahrgang 1817, 3. Bd., S. 249, beigefügt.
Baadey, Lexikon bair. Schriftsteller, 1, 2, 129.