ADB:Pamelius, Jacob

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Pamelius, Jacob“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), ab Seite 113, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pamelius,_Jacob&oldid=859533 (Version vom 11. Dezember 2009, 08:43 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Paludanus, Johann
<<<Vorheriger
Paludanus, Johann
Nächster>>>
Paminger, Leonhard
Band 25 (1887), ab Seite 113. (Quelle)
Autor [[| in Wikisource]]
Jacobus Pamelius in der Wikipedia
PND-Nummer 100384978
(Datensatz, Rohdaten, Werke)
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Pamelius: Jacob P., kathol. Theolog im 16. Jahrhundert, machte sich als Gelehrter einen Namen, besonders durch mehrere patristische Arbeiten. Er stammte aus dem adligen Geschlechte der Barone von Pamele und ward 1536 zu Brügge geboren. Vorgebildet im Cistercienserkloster zu Namur, studirte er neun Jahre Philosophie und Theologie zu Löwen unter Ruardus Tapper und Jodocus Ravestein; besuchte auch die Vorlesungen der Sorbonne zu Paris und noch verschiedene Universitäten. Nach Löwen zurückgekehrt, ward er hier Licentiat der Theologie und 1561 Canoniker an der St. Donatianskirche zu Brügge, wie auch nachher an St. Gudula zu Brüssel und St. Johann zu Herzogenbusch. Mit besonderer Vorliebe pflegte er das Studium der Kirchenväter und brachte allmählich eine bedeutende Anzahl patristischer Handschriften zusammen, deren er mehrere mit gelehrten Notizen und kritischen Anmerkungen bereichert, herausgab. Daher ward er für spätere Forscher, wie Rega, le Prieur, Lombert und Fell ein tüchtiger Führer auf dem bisher wenig bearbeiteten Felde der Patristik. Besonders bearbeitete er die Schriften Tertullians und Cyprians, welche er aus neu entdeckten Handschriften herausgab. Der Sieg der Reformation zu Brügge trieb ihn nach St. Omer, wo er bald eine Stelle als [114] Archidiacon erhielt. Kurz nachher ernannte Philipp II. ihn zum Propst von St. Salvator zu Utrecht und 1587 zum Bischof von St. Omer. Er starb aber schon selbigen Jahres noch vor Antritt dieses Amtes zu Bergen im Hennegau. Die vornehmsten unter seinen zahlreichen Schriften sind folgende: „Liturgica Latinorum“. Colon. 1571 und 1609. 2 tom. 4°.; „Relatio ad Belgii ordines de non admittendis una in republica diversarum religionum exercitiis“, Antv. 1589; „Micrologus de ecclesiasticis observationibus“, Antv. 1589; „Cassiodori divinae lectiones“, Antv.; „Cypriani opera omnia“, Antv. 1568, 1589. Paris 1574 fol.; „Tertulliani opera“, Paris 1590 fol.; „Vita Tertulliani et adnot. ad opera ejus“, Paris 1635 fol.; „Conciliorum paralipomena“; „Rabbini opera“, Colon. 1626; „Comentarii Pamelii in libro Judith“; „Comentarii in epist. ad Philemonem“; „Liturgica Graecorum“; „De Graecae ac Latinae ecclesiarum in missae sacrificio concordia“. – Diese drei letzten Schriften sind niemals im Druck erschienen.

Baronius, Annal. eccles. Saec. II. – Foppens, Bibl. Belgica I. p. 532, 533, wo auch sein Bildniß zu finden ist. – Saxe, Onomasticon III, p. 438. – van Heuffen u. van Rhyn, Oudh. v. Utrecht, I. Bl. 200, 201. – van der Aa, Biogr. Woordenb.
van Slee.
Persönliche Werkzeuge