ADB:Parpart, Adolf Ludwig Agathon von

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Artikel „Parpart, Adolf Ludwig Agathon von“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), ab Seite 183, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Parpart,_Adolf_Ludwig_Agathon_von&oldid=469291 (Version vom 25. Dezember 2009, 09:24 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
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P1ltpr1rt: Adolf Ludwig Agathon v. P., Astronom, geboren am 13. November 1806 auf der Domäne Althausen bei Culm in Westpreußen, † am 20. December 1867 auf seinem ebendort gelegenen Gute Storlus. v. P. besuchte die Schulen in Thorn und Posen, studirte dann je zwei Jahre in Berlin und Warschau Jura und Camerale und trat dann als landwirthschaftlicher Praktikant bei seinem Vater, dem Domänenpächter von Althausen, ein. Der Landwirthschaft blieb er auch in der Folge getreu, indem er 1831 das Rittergut Storlus ankaufte und es bis zu seinem Tode bewirthschaftete. Musik und Astronomie liebte er jedoch daneben leidenschaftlich, und zwar ging sein Können und Wissen nach beiden Seiten hin über das Mittelmaß des Dilettanten hinaus. Er componirte Concerte und Opern und ließ dieselben unter seiner eigenen Leitung in Culm aufführen. In den vierziger Jahren erbaute er auf eigenem Grund und Boden eine wohleingerichtete Sternwarte, deren Zierde ein großer Refractor von Pistor und Martins bildete. Nachricht über die auf diesem Observatorium angestellten Beobachtungen gab eine Veröffentlichung vom J. 1851; außerdem ließ v. P. im nämlichen Jahre seinen „Bericht an die Akademie der Wissenschaften zu Berlin über die auf der Sternwarte zu Storlus während der Sonnenfinfterniß vom 28. Juli 1851 angestellten astronomischen und meteorologischen Beobachtungen“ zu Culm erscheinen. Allerdings ist die in dieser Schrift enthaltene Theorie der Protuberanzen nicht haltbar, wie denn überhaupt die für einen Autodidakten wohl erklärliche Neigung zu etwas phantastischen Hypothesen bei v. P. mehrfach hervortritt, namentlich auch in seinen „Untersuchungen am gravizentrischen Indikator“ (Culm 1867). Einige Aufsätze (Ueber das Sternschwanken, Ueber die Sonnenphotofphäre u. f. w.) wurden in den Astron. Nachrichten und in Jahns Unterhaltungen abgedruckt. v. P. war einer der Mitbegründer der deutschen astronomischen Gesellschaft. Viertelsjahr§-schrift der astronomischen Gesellschaft, 3. Band, S. 5 ff. – Maedler, Geschichte der Himmelskunde, 2. Band, S. 175, S. 426.

Günther.
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