ADB:Picker, Johannes

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Artikel „Picker, Johannes“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), ab Seite 109, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Picker,_Johannes&oldid=666083 (Version vom 25. Dezember 2009, 18:21 Uhr UTC)
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Picker: Johannes P. (Piker), Theolog, besonders als Schulmatm thätig. 03eboren c. 1s4O zu Mcdenau im Samland, wo sein Vater Landgoschworner und Kitchenvorsteher war, studirte P. zu König-Sberg und wurde 1(365 Lehrer an der dortigen Domschule. Nach zwei Jahren gab er diese Stellung auf und ging nach Jena, wo er nach weiterem Studium der Theologie und Philosophie 1ts Magister wurde. Damals lernte er Spener kennen, dessen 1–i?riger Anhänger er wurde und mit dem er in daueruder Beziehung blieb. Nach Preußen zurückgekehrt verheirc1thete er sich 1(3(39 zu Königsberg und erhielt das Prorectorat der Domschule. In dieser Stellung predigte er an einem Buß- tage in einer nachher auch gedruckten Bußpredigt über Jer. C3, 8 allen Ständen ohne Ansehen der Person so ernst und offen, daß bei dem Consistorium darüber Klage geführt wurde, doch trat der Rath schützend für ihn ein. Nach zwölfjähriger Amtswirksamkeit wurde er Rector des Gy1)masiums zu Justerburg. Unter ihm hat die dortige Lateinschule ihre höchste Blüthe erlebt. Hier ver- öffentlichte er seine christliche Ethik: „si–8r010gjo. c111sjstjeme1 Frankfurt a. M. “ 1Os1, zu welcher Spener die Einleitung geschrieben hat, darin er die Erwartung auspricht, daß dies Buch dazu beitragen werde, die Ethik des Heiden Aristoteles zu verdrängen, da man diesen in den Schulen bißher fast pro 11o1–ma y–e1–j– t:1tis gemacht. Anmerkungen zur „tz1seto1ogi:1.–“ nebst einem Schreiben Picker`s sind in Spener’s Theologischen Bedenken ’1’. III. p. 328–834 abgedruckt. Ebendaselbst 376 zählt er P. unter die drei christlichen gottseligen Schullehre1–, die ihm bekannt seien und nennt ihn seinen lieben Freund, dessen christliche Arbeit an der Jugend Gott sehr gesegnet habe. Auch Gottfried Arnold zählt ihn in seiner Kirchen- und Ketzerhistorie ’1’. 1s. Seat. III. n. 18 p.121 zu den besten Zeugen der Wahrheit seiner Zeit und rühmt die große Zahl seiner trefflichen Schüler. – Außer den oben genannten Druckschriften hat P. noch herausgegeben: drei in Instetburg gehaltene Pfingstpredigten ; „Ptedigten von der wahren Gottseligkeit“, Danzig 1684, 4; „(1S ’1’urc0rum morjbus 1686- 12. Vergl. Arnold, Historie der Königsberger Universität, Thl. 11, S. 535. – Crleutert. Preußen, Bd. IIl, S. 384. – Wiederhold, Geschichte der Lateinschule zu Insterburg, in den Insterburger Gymnasialprogtammen 1876–78.

C. Alf. v. Hase.
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