ADB:Ringier, Johann Heinrich (1635 bis 1686)
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Ringier*): Johann Heinrich R. (l), evangelischer Theolog, gehört einem altbürgerlichen Geschlechte der Stadt Zofingen (Aargau) an, das ursprünglich „Regnier“ hieß, von Nimes in Languedoe einwanderte, 1527 in der neuen Heimath feßhaft wurde und von da an bis heute in weltlichen und geistlichen Aemtern sich vielfach ausgezeichnet hat. Als das vierte von neun Kindern des Pfarrers Moritz R. am 22. Febr. 1635 in Ober-Bipp (Kt. Bern) geboren, erhielt er den ersten Unterricht im elterlichen Hause, besuchte seit 1649 die Berner Akademie, um sich dort gleich seinem Vater und seinem älteren Bruder Moritz der Theologie zu widmen, und vollendete dann seine Bildung auf mehreren deutschen, holländischen und englischen Hochschulen. Jeuseit des Canals trat er auf zwei Jahre als Hausgeistlicher in die Dienste eines vornehmen Engländers und predigte während dieser Zeit in englischer Sprache. Nach Bern zurückgekehrt und in daß Predigtamt aufgenommen, legte er mehrfach Proben für akademische Lehrstellen ab, vertheidigte, noch als Candidat, 1662 seine Abhandlung „1)e 1jbsrtsts (zll1–istj:ms.“ und übernahm im gleichen Jahre das Pfarramt in Hasli bei Burgdorf, welches er 1665 mit demjenigen in Walkringen vertauschte. 1669 nach Madiswil versetzt, starb er hier im October 1686. Seine beiden Söhne, Joh. Heinrich (s. A.D.B.IL11I(,758)undJoh. Georg(1681–1742),schlugen ebenfalls die geistliche Laufbahn ein; der letztere wurde seit 1725 seines Vaters Nachfolger in Madiswil. – R. hatte sich daheim und in der Fremde ein reiches theologisches und sprachliches Wissen angeeignet, so daß sein älterer gelehrter Sohn noch im Gteifenalter bekannte: er komme sich, gegen seinen Vater gehalten, nur wie ein Schüler vor. Sein Hauptwerk ist eine ausführliche, 1551 Seiten enthaltende lateinische Erläuterungsschrift in Predigtform über die Paulinische Abendmahlslehre: die „-7“8c7r:-oLoyZa 88c1–.-1 Siv8 0oncjons prsepsmt.orjse 0l-Il, qnib118 (10ot1–ius. 0rtbo(1o:8 c1e 00ev8. Dominica e„jusc1emque 1egitjms tum 3.C1– 1vinistre1tio11e tum p-1rticjps.tiono Seoun(1um 8erism te1tus :1–VOsto1jcj 1. Oor. 11’ 17–34. perspi(:ue 81p1ioztur- 8o1j(1S co11er1v-1tur er 1)rs.oti0e 8(1 o-1ptum ze 11Sum p0pu1i 0brjstj app1iozt111–“ (3 Thle., 1680, 4o), von welcher noch eine neue Ausgabe mit dem veränderten Titel erschien: „1)e (Josu-1. 1)omj11jos. et j11oic1entibus p1urimis josjg11ibus 1oois t11e01ogj(:is ae cusibus c0118(:ientjs con- (:ionum 8esquioeuturjs„ cum (1ec:-1(1e“ (1683, 4o). Außerdem versaßte N. einen „Kern des Christenthums (1677) und übersetzte mehrere Erbauungsbücher des englischen Theologen Richard Baxter, darunter auch dessen vielgelesenen „Geistlichen Samariter“ (1683), ins Deutsche. *) Zu Bd.?c17lll, S. 634.
[79] bruseum lle1yetj(:n1n, l–.1–tio. I., Zürich1746, S. 151f. -– Jöcher und“ Rotermund zu Jöcher. – H. J. Leu, Helvet. Lexicon, L7. Th!., Zürich 1759, S. 291f. – (J. J. Frikart,) ’1’0bjuium 1itterstun1, 18O9, S. 43–45. (Mscr. d. Zofinger Stadtbibliothek.) – (Derselbe,) ’1’obiu. eo(:1esistioum- Zofingen (1824), S. 171. – (Ders.,) `1’obin. geneulogjcum, 2. Bd., ebda. 1828, S. 22 u. 24. – C. Fr. Lohnet, Die reformirten Kirchen und ihre Vorsteher im eidgen. Freistaates Bem, Thun (1864), S. 156, 403 u. 640. – Der Unterzeichnete in der „Argovia“, 1c11. Bd., S. 57 u. 64, Aarau 1881. – C. Schauenberg-Ott, Die Stammregister d. bürgetl. Geschlechter der Stadt Zofingen, Zofingen 1884, S. 259 u. 260. (Der genaue Todestag nicht zu ermitteln, weil daß Sterberegifter in Madiswil erst mit 1687 beginnt.)