ADB:Sagittarius, Caspar (Historiker)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung

Wechseln zu: Navigation, Suche

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Sagittarius, Caspar (Historiker)“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), ab Seite 171, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sagittarius,_Caspar_(Historiker)&oldid=874554 (Version vom 25. Dezember 2009, 17:41 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
Sagittarius, Johann Christfried
Band 30 (1890), ab Seite 171. (Quelle)
Autor [[| in Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juli 2009)
PND-Nummer 104063955
(Datensatz, Rohdaten, Werke)
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.

Sagittarius: Kaspar S. (Schütze), Geschichtschreiber. Geboren am 23. September 1643 zu Lüneburg als Sohn von Kaspar S. (s. unten S. 172), erhielt er seine entscheidende Ausbildung an der Universität zu Helmstedt, wo er unter dem Einflusse von Calixtus und Conring sich der Theologie, Philologie und Geschichte widmete. Am engsten schloß er sich Conring an, dem er eine nachhaltige Theilnahme abgewann. Im J. 1668 wurde er Schulrector in Saalfeld, siedelte jedoch bereits im J. 1671 nach Jena über, wo er 1674 Bose’s Nachfolger in der Professur der Geschichte wurde. Er entwickelte hier eine große Thätigkeit als Lehrer und als historischer Schriftsteller, eine Fruchtbarkeit, die ihm nicht immer zum Ruhme angerechnet wurde. Man muß ihn gleichwol zu den angeseheneren und verdienteren deutschen Geschichtforschern seiner Zeit zählen. Von seinen bez. Schriften verdient sein „Nucleus historiae Germanicae“ hervorgehoben zu werden, auf Conring’s Anregung entstanden und bedeutend als das erste Compendium der deutschen Geschichte, ein sehr zeitgemäßes Unternehmen, dem auch die Ehre einer Uebersetzung in die französische Sprache zu Theil geworden ist. Ferner seine „Introductio in historiam ecclesiasticam et singulas ejus partes“, die sich von Seite der Theologen eines ausgesprochenen Beifalls erfreute. Am schätzbarsten sind seine Arbeiten über die thüringische Geschichte, die noch heut zu Tage nicht ganz entwerthet erscheinen dürften. S. ist am 9. März 1694 zu Jena gestorben und hat hier für die Fortdauer seines Namens u. a. auch durch ein Vermächtniß an der Universität zur Förderung des geschichtlichen Studiums löbliche Sorge getragen.

Jo. Andr. Schmidt, Commentatio de vita et scriptis Caspari Sagittarii, Jenae 1718. – J. C. Zeumerus, Vitae professorum Jenensium, p. 161–172. – Die zahlreichen Schriften Sagittarius’ sind verzeichnet bei Jöcher, 4. Thl., S. 24–28.
Wegele.
Persönliche Werkzeuge