ADB:Schaten, Nicolaus
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Schellen: Nicolaus Sch., Historiker. Geb. am 6. Mai 1608 im Dorfe Heck bei Nieborg im Münftetlaude, zu Münster gebildet, trat er 1627 in den Jesuitenorden, wirkte seit 1638 am Gymnasium zu Münster und folgte weiterhin einem Rufe des Fürstbischofs Franz Wilhelm von Osnabrück, wo er u. u. das Archiv ordnete. Nach dem Tode desselben kehrte S. nach Münster zurück und wurde von dem Fütstbischof Bernhard von Galen zum Historiographen ernannt. Diese Stellung wollte ihm jedoch in Anbetracht der hier walteuden besonderen Umstände nicht recht behagen und es war für ihn wie eine erwünschte Befreiung, als ihn Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg (s. A. D. B. 71, 702 ss.) an seine Seite nach Paderborn berief. Hier gab er sich dem Wunsche des Fürstbischofs gemäß fast ausschließlich geschichtlichen Arbeiten hin, erlebte aber die Veröffentlichung derselben nicht mehr, † am 24. August 1676. Als Geschichtschreiber hat sich S. ein rühmliches Andenken erworben. Als Historiograph des Hochstifts Münster hat er glaubwürdigen Berichten zu Folge eine urkundliche Geschichte desselben begonnen, die aber, soweit er sie vollendet, niemals an die Oeffentlichkeit get ..– langt ist. In Paderborn hat er unter dem Schutze Ferdinand? Von Fürstenberg eine „llisto1–ja Westp1181ize“ und die „A1111z1es 198(1erbor11et1Ses abgefaßt. Als er nach Paderborn kam, fand er für diese Aufgabe allerdings schon vieles vorgearbeitet und Materialien gesammelt, aber die Hauptsache mußte doch erst geschehen. Das größere Verdienst pflegt mit Recht den .4unsiSS 1saäerb. zuerkannt zu werden, weil sie auf urkundlicher Grundlage aufgebaut sind, was bei der klistoris Westpb., die mit Karl d. Gr. abschließt, der Natur der Sache nach fast ganz ausgeschlossen blieb. S. versteht gut zu erzählen, noch wichtiger aber ist, daß er sich als einen scharfsinnigen Forscher und seinen kritischen Kopf bewährt, so daß wenige der zeitgenössischen Historiker es hierin mit ihm aufnehmen können. Die llistorjs Westpll. ist 1690 zu Münster, die -111118.1(s 19a-(1Srb. (Bd. 1 und 2 in den Jahren 1693–1694) im Druck erschienen, der 3. Band rührt nicht von S. her.
- Vgl. Micus in der Einleitung zu seiner Uebersetzung der 1V“1o11umeut-t?a(1erb. S. 15–57. – I.u(1v7ig in der Stermsi1jz 191i110eps. – .1. (3. ab 1!101cbs.rt, 0ommenmrij 1T. l?’18noj-te Orient. 1. Bd., prsekutjo k. 3. – Waitz, Jahrbücher des d. Reichs unter K. Heinrich, 2. Aufl., S. 288, Anm. 3. – Ad. H. Grahns, Zur Ehrenrettung des Jesuiten Nie. Schaten, Paderborn 1880.