ADB:Schongauer, Ludwig
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SchoUgaUer *): Ludwig S., ein älterer Bruder des Martin S. (s. u.) Er war in Ulm, AugSburg und Colmar thätig. Ju Ulm erhielt er daß Bürgerrecht 1479, in Aug8burg 1486; Lehrlinge stellte er in AugZburg der Zunft in den Jahren 1486, 1488, 1490 vor. Nach dem Tode Martin’S über- siedelte er nach Colmar, um dort die Werkstatt zu leiten; am Sonntag nach Fastnacht 149Z erhielt er daß Bürgerrecht. Gegen 1497 starb er in Augö3burg, wohin er wieder zurückgekehrt war. BiSher ist e3 noch nicht gelungen Gemälde seiner Hand mit Sicherheit nachzuweisen. Von Stichen werden ihm eine Anzahl von Blättern zugewiesen, welche daß Monogramm I. öS 8 tragen; Sie stehen sowohl künstlerisch wie technisch weit hinter deu Stichen deZ Martin S. zurück. »Die meisten Blätter zeigen eine freie, zeichnerische Behandlung; wo wir Kreuzschraffirungen treffen, bestehen dieselben nicht wie bei Martin S. auS zwei Gruppen sich kreuzender Striche, sondern oft auS mehreren; eine Art von Technik, welche an den Meister E. S. vom Jahre 1466 erinnert, doch arten bei Ludwig S. die eng in einander geschobenen Schraffen mit ihren vielfachen Durch- kreuzungen oft in einfache schwarze Flecken au?-« (D. Burckhardt). Die Perspec- tive ist in der Regel bei ihm sehr mangelhaft, die Zeichnung öfter;; nachlässig. Der hervorragendfte der monogrammirten Stiche Schongauer’S ist die Kreuz- abnahme (Unicum der Albertina in Wien), die zugleich am besten Ludwig’8 Verhältniß zu Martin zeigt. Die Verwandtschaft in Typen und Formen ist offenbar, aber der AuSdruck schwer, die Technik unbeholfener, der Ton viel flauer als dort. Das große Blatt der JakobSschlacht (B. 53), da?- daß Monogramm Martin’Z trägt, ist sicher nur Werkstattarbeit und immerhin könnte Ludwig daran Antheil haben. Die übrigen monogrammirten Stiche Ludwig’S behandeln zu- [735] meist Vorwürfe auS dem Thierleben; diese Stiche sowohl wie mehrere Handzeich- nungen im Basler Museum, die gleichfalls auf Ludwig zurückgeführt werden, lassen ihn unter seinen Zeitgenossen immerhin alS einen ganz tüchtigen Thier- schilderer der Beachtung werth erscheinen. Vgl. D. Burckhardt, Die Schule Martin SchongauerS am Oberrhein) S. 74 ff. Basel1888. ––– Janitschek, Geschichte der deutschen Malerei, S. 255 ff. –––– Passavant, 1)0jnt1«S–0tr8.yeUr 1l, 116. –– Nagler, 1K-’, 501.
- ) Bd. )c?(I(1l, S. Z0Z.