ADB:Schrader, Johann Gottlieb Friedrich

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Artikel „Schrader, Johann Gottlieb Friedrich“ in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 34 (1892), ab Seite 740, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schrader,_Johann_Gottlieb_Friedrich&oldid=592833 (Version vom 24. Dezember 2009, 11:59 Uhr UTC)
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Schrader *): Joh. Gottl. Friedrich S., geb. am 17. Sept. 1763 zu Salzdahlum bei Wolfenbüttel, studirte in Kiel, promovirte und habilitirte sich da- ’jelbst 1790 und wurde 1792 Professor extraordinarius der Physik und Mathematik, in welcher Stellung er bis 1798 blieb. Von Kiel ward er als Aufseher und Optikus der physikalischen Sammlung der Akademie der Wissenschaften nach St. Petersburg berufen. Von 1806 ab war er bis 1817 Gehülfe des Professors der Physik am pädagogischen Institute daselbst. Schrader’s Laufbahn begann vielversprechend. 1791 gab er die Beschreibung einer von ihm hergestellten Luftpumpe heraus. bei welcher der schädliche Raum recht glücklich beseitigt war. Gleich darauf beschäftigte er sich erfolgreich mit der Anfertigung von Spiegelteleskopen. Nach Ausführung kleinerer Instrumen.te, brachte er gemeinschaftlich mit Schröter in Lilienthal ein 25füßiges Spiegelteleskop zu Stande und fertigte dann 1794 ein noch größeres, 26füßiges. Dasselbe war nach der Newton’schen Construction gebaut. Die Spiegel hat S. selbst gegossen und geschliffen und waren dieß die ersten in Deutschland hergestellten Teleskopspiegel. Wo diese Instrumente geblieben sind, habe ich nicht ermitteln können, möglich wäre es, daß S. dieselben bei seiner Uebersiedelung nach Peterburg mitgenommen hat. Im J. 1797 gab S. einen „Grundriß der Experimentalphysik" heraus, dessen Anlage Gilbert so gut fand, daß er 1804 eine Neubearbeitung veröffentlichte (eine neue Auflage 1812 ist unvollendet geblieben). Nach seinem Abgange von Kiel hat S. nur noch einzelne unbedeutende Abhandlungen, die letzte im J. 1819 veröffentlicht. Von seinem späteren Leben und der Zeit seines Todes ist nichts bekannt.

Poggendorff’s biogr.-lit. Handw. II, 840. – Lübker u. Schröder, Schl.-Holst. Schriftst.-Lex., S. 531. – Provinzial-Berichte 1792, 1794 enthalten, ebenso wie eine besondere Broschüre, Hamburg 1794, die Beschreibung des großen Spiegelteleskops.
K.

*) Zu Bd. XXXII, S. 431.

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