ADB:Suhr, Lucie Henriette von

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Artikel „Suhr, Lucie Henriette von“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 37 (1894), S. 139, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Suhr,_Lucie_Henriette_von&oldid=1698754 (Version vom 24. Mai 2013, 00:31 Uhr UTC)
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Suhr: Lucie Henriette v. S. geborne Nielsen, Schriftstellerin. Sie war geboren in der Stadt Schleswig, wo ihr Vater, Justizrath Nielsen, als Obergerichtsrath lebte, und war verheirathet an den Capitän (Hauptmann) J. N. v. Suhr in Schleswig, zuletzt in Rendsburg. Sie starb am 10. Mai 1850. Als Schriftstellerin bediente sie sich des Namens Agathe, Agathe v. S. und zuletzt Agathe von Suhr. Von ihr ist erschienen: „Die Nebenbuhlerinnen. Ein Roman.“ 1823. „Der Brünhildbrunnen“ in Gardthausen’s Taschenbuch Eidora 1824. „Der Fischfang. Ein Märchen.“ Das. 1825. „Ricardo Abandonato“ in Th. Hell’s Penelope 1829. „Elisabeth, Gräfin zu Holstein-Schauenburg“. Das. 1881. „Ulla, die Shetländerin und andere Erzählungen“. 1832. „Judith von Frankreich. Historische Erzählung aus dem 9. Jahrh.“ in Zeitung für die elegante Welt. 1832 und „König Christian II. Historischer Roman.“ 1834. 3 Bde., ihr Hauptwerk, dem sie mit besonderem Interesse sich gewidmet. In Fouqué’s Blättern, dem Genius der Weiblichkeit gewidmet, den sie besonders hochstellte, dessen Undine ihr über alles ging, und mit dem sie fortwährend in Briefwechsel stand, erschien von ihr: „Die Königin Margaretha“. Auch hat sie mehreres von dem Dichter Schack-Staffeld aus dem Dänischen übersetzt, z. B. „Die Lilie und der Thautropfen“ in Abendzeitung 1826. Ihr Gemahl beschäftigte sich in seinen freien Stunden gern mit botanischen Studien und hat namentlich wichtige Beiträge zur Algenkunde mitgetheilt in der von Hoppe und Fernrohr herausgegebenen Zeitschrift Flora oder Allgemeine botanische Zeitung 1831–40. Die Ehe blieb kinderlos. Ihre Schwester Sophie Nielsen, verheirathet an den Justizrath Jaspersen, Gerichtshalter auf Nordschau in Angeln, war auch Dichterin und hat unter dem Pseudonym Helene einiges in Zeitschriften mitgetheilt, namentlich in Gardthausen’s Eidora.

Lübker-Schröder, Schlesw. Schriftstellerlexikon II, 610. – Alberti II, 446.
Carstens.